Sphäre

Vor Kurzem stolperte ich beim Lesen einer Erzählung über das Wort Sphäre. Diesen alten Ausdruck habe ich lange nicht mehr gehört.

Wer die Halligen kennt, mag dabei an Theodor Storms Bild der „schwimmenden Träume“ denken: Die romantisch auf den Wassern gereihten Warften unter dem Himmelsgewölbe.

Sphäre

Das Wort Sphäre paßt aber auch gut zu diesem Foto von Donnerstag Morgen – über den Fluten des nächtlichen Landunters auf Gröde erwacht der Himmel mit der Verkündigung unserer mobil-technisierten Lebenswelt als moderner Menschen-Sphäre.

Für mich birgt die Idee der Sphäre vor allem eines: Die jeweils ganz persönliche Innenwelt des Betrachters, die sich beim Innehalten angesichts dieser morgendlichen Schönheit eines kleinen Stückchen Landes, um- und überspült vom Meer, weit öffnet wie ein Traumbild.

Diese Sphäre am Morgen machte mich für lange Augenblicke zum Tagträumer und zugleich zum Denker meines Traumes – ihn festhalten wollend. Doch so wie diese Sphäre unaufhaltsam in den hellen Tag überging, überblendete Alltag auch meinen Traum. Es blieb die Kraft seiner Idee zum Leben für diesen Tag.

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Oland: Biike 2012

Auch bei uns spielte das Wetter am Biike-Abend mit und das Feuer loderte prächtig.


Auf Oland wird am Feuer ein bisschen gesungen, aber niemand wird mit Ruß bemalt. Einen Pidder haben wir auch und der ist der Grund, warum ich immer erst später zum Feuer gehe. Ich mag diesen Brauch nicht und finde den Moment furchtbar, wenn diese menschlich anmutende Figur  in Flammen aufgeht und alle dazu jubeln. Mein Versuch, diese Symbolik zu hinterfragen und Pidder vielleicht durch einen Strohsack zu ersetzen, in den man symbolisch seine Sorgen packen und sie verbrennen kann, war nicht von Erfolg gekrönt. Bräuche werden umso statischer, je mehr ihre Ausführung von Gästen erwartet wird. Und das ist ja auch dann so in Ordnung.
Für mich ist das Feuer eher ein stiller Moment, ein typisches reinigendes Element des Spätwinters. So stehe ich dann oft auch ein bisschen abseits und spare mir auch das anschließende Krawall und Remmidemmi in der Gaststätte.

Hooge: Biike 2012

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Das Wetter hat sich wirklich prächtig benommen. Pünktlich zum Abend verzogen sich Nebel und Nieselregen. Als die Schüler den Pidder auf dem Biikehaufen angebunden haben, kam sogar mal kurz die Sonne raus. Das Feuer wollte erstmal nicht so recht in Gang kommen – das Holz war ziemlich nass. Irgendwann war’s aber doch warm und gemütlich. Auf Hooge ist es übrigens üblich, sich am Biikefeuer gegenseitig das Gesicht mit Ruß zu schwärzen.

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Auf der Suche nach dem Rosenmontagszug

Den ganzen Tag halte ich schon Ausschau, aber ich konnte bisher noch nichts von Karneval sehen, auf der Hallig Oland.

Vielleicht war auch das hier heute Vormittag der Umzug:

Ich konnte nicht erkennen, was der Motivwagen darstellen sollte und was von der gelben Maschine abgeworfen wurde.  Stand da ganz alleine in der Kälte und jauchzte und winkte, bekam aber keine Bonbons.

Kam mir ein bißchen albern vor….

Schilderwatt

Die Gleise auf dem Lorendamm von Dagebüll über Oland nach Langeness verlaufen eingleisig. Es befinden sich auf der Strecke vier Ausweichstellen und man tut gut daran, schon beim losfahren einen scharfen Fernblick zu riskieren, ob Gegenverkehr zu erwarten ist. Die wichtigste Weiche befindet sich 1,5 km von Dagebüll entfernt mitten im Watt. Das ist auch die Stelle, an der der Fuchs umkehren muss:


Ob man bei Gegenverkehr mit der Lore weiterfahren kann oder zurücksetzen muss, entscheidet die Distanz zum magischen Mittelpunkt der Strecke: Dreedusend.  Alle Lorenfahrer wissen eigentlich wo diese Stelle ist – wenigstens so ungefähr. Trotzdem standen wir wohl alle schon mal diskutierend und Gleismeter abzählend vor einem Gefährt aus der Gegenrichtung.
Ab sofort sind sämtliche variierenden Interpretationsansätze Vergangenheit:

Am Fenster

Mit dem Tauwetter kommen auch die Geräusche zurück. Draußen schreien die Großmöwen und die Brachvögel flöten ihre melancholische Melodie. In der Warft geben die Spatzen alles und auf dem Nachbardach rockt ein Star. Goldammer- und Amselgesang habe ich heute auch schon gehört. Alle, die in den letzten Wochen still und verbissen ums Überleben gerungen haben, mögen nun wieder was sagen. Ich freu mich auf den Frühling und das Leben!