Die Kaninchenwette

Seit Herbst 2010 gibt es auf Oland ein Wildkaninchen. Es muss damals wohl auf der Flucht vor irgendetwas den Weg über den Damm gefunden haben und traute sich dann nicht zurück. Hier ein Bild aus dem Frühjahr 2011:


Das Kaninchen hat zwei harte Winter hier gut überstanden. Es ist sehr vorsichtig und blitzschnell. Ab und an sieht man an den Hinterlassenschaften, dass es sich im Vorraum des Stalles aufgehalten hat, in dem wir unsere Hauskaninchen halten. Ab und an ist es auch zu beobachten, wie es von dort oder woanders wegflitzt.
Unsere zahmen Kaninchen sind ziemlich imposante Deutsche Riesen. Das größte unserer Tiere ist Saphira. Saphira ist eine Kratzbürste und muss deshalb leider alleine in ihrer Box neben ihrer Schwester und deren Kindern leben. Sie können sich allerdings beschnuppern. Das wilde Kaninchen hat ungefähr ein Drittel an Masse von ihr…


Heute traute ich meinen Augen nicht: eine selbstgebaute Kaninchenklappe zierte die äußere Stalltür.


Und in Saphiras Stall huschte etwas! Genau hingeguckt: Da ist ein puscheliger Po, der aus dem Holzstapel herausguckt!


Nun haben wir auch in die innere Tür ein kleines Loch gesägt, damit das Wildkaninchen herein und hinaus kann, wie es möchte.
Ganz Oland ist nun im Wettfieber:
1.)    Das werden kleine graue Kaninchen mit riesigen Ohren
2.)    Nein, es werden mittelgroße Kaninchen mit kleinen Ohren und Puschelpo
3.)    Wildkaninchen und Deutsche Riesen können sich nicht miteinander fortpflanzen
4.)    Das Wildkaninchen wird auch noch den Eingang zu Kristallchen, Springer, Knicki und Rosalie finden und es werden ganz viele Kaninchen
5.)    Solche Schweinereien machen die nicht, die wollen nur reden
Topp, die Wette gilt!

Auflösung nächsten Monat hier im Blog…..

Dorfpolitik oder Der Tourismus-Ausschuss tagt im Gemeindehaus Oland

Oland ist keine eigene politische Gemeinde, sondern gehört zu Langeness dazu. Eine Oländer Person sitzt immer mit im Langenesser Gemeinderat. So wird gewährleistet, dass die Interessen der kleinen Schwesterhallig nicht unter den großen Langenesser Tisch fallen. Ab und an sammeln sich aber für uns Oländer  so viele Themen an, dass wir mal auf Oland tagen müssen und die Langenesser zu uns rüberkommen. Oland freute sich dieses Mal über die Initiative des Bürgermeisters und seines Tourismus – Ausschuss. Die Oländer waren fast alle dabei.


In der Sitzung ging es dann erwartungsgemäß um touristische Themen und um immer wieder auftretende technische Sachen wie zu verschiebende Infotafeln, undichte Dächer und nicht funktionstüchtige Beleuchtungen an öffentlichen Gebäuden. Das kleine Oland, mit bummelig 20 Einwohnern, verfügt immerhin über ein großes Gemeindehaus, ein Schulhaus, einen Feuerwehrraum, ein Wohnhaus für den Lehrer und eine Kirche mit Friedhof. Und das muss alles in Schuss gehalten werden, damit es für die Gäste in der Saison anschaubar ist. Wer macht, wer räumt, wer repariert und wer bezahlt? Das sind alles Fragen die wir dann gemeinsam klären und erfreulicherweise klappt das auf Oland auch immer, obwohl manchmal auf der Zielgeraden heftig diskutiert wird.
Bei dieser Sitzung war zusätzlich auch noch eine interessante Ankündigung einer Veranstaltung Thema.  Am 20.Mai wird es auf Langeness einen Philatelie – Tag geben, bei der Briefmarken mit  Leuchtturm – Motiven vorgestellt werden. Der Oländer Leuchtturm ist auch als Motiv dabei und dementsprechend werde ich sicher von der Veranstaltung berichten.
Der Gemeinderat ist übrigens nicht in irgendeiner Weise parteipolitisch zusammengesetzt.  Die „großen Themen“ sind bei uns aber auch auf der Tagesordnung- man denke nur an Klimaveränderung und Küstenschutz, die Arbeitsmarktlage, Schulpolitik und Dorfentwicklung.
Bei den Landtagswahlen im Mai wird Oland übrigens wieder Briefwahlbezirk sein und ausgezählt wird mit Langeness gemeinsam. Da ist Gröde als eigener Wahlbezirk viel spannender und ich finde es jedes Mal wieder witzig, wenn dort um 18:03 das Wahlergebnis klar ist.

Primadonna

Für heute erwarteten wir das erste Lamm. Und heute bekamen wir auch das erste Lamm. Schon die dritte Nacht infolge hatte ich Asta, Nina und Simone über Nacht im Gatter am Haus behalten, um ja nichts zu verpassen, falls es doch früher losgeht.

Alle anderen 33 höchst schwangeren Schafe und ihr Bock, Klaus-Oscar, verbrachten die Nächte auf den Salzwiesen. Manche unserer Schafe tragen Namen, falls sich ein passender Bezug ergibt. Nina und Simone sind die beiden schwarzen Schafe, aber nicht, weil sie soviel Pech haben – im Gegenteil: Sie durften im Herbst drei Tage früher zu Klaus-Oscar als die anderen, und deshalb müßten sie eigentlich zuerst lammen, aber auch Schafe lassen sich nicht immer in die Karten blicken.

Asta ist erst später dran. Ich habe sie jedoch mit den beiden Schwarzen zusammen gesteckt, weil sie einen beruhigenden Einfluß ausübt, denn sie ist eine alte, erfahrene Dame, und außerdem hat Asta, wie jedes Jahr, einen so dicken Bauch, daß sie sich kaum noch bewegen mag. Aber laßt Euch davon bloß nicht täuschen, denn mehr als einmal gebar sie trotzdem nur ein einziges Lamm, allerdings jedesmal ein sehr großes, das mit Vorliebe schnell die Königsposition oben auf dem Strohballen in der Spielstube eroberte. Asta ist auch in diesem Jahr die dickste von allen. Nina und Simone sind schwarz, aufregend und aufgeregt, außerdem blöken sie mit kräftigen Stimmen, wie die schwarze Jazzsängerin aus Amerika, deren Name sie tragen – obwohl diese natürlich hinreißend mitreißend sang und niemals blökte. Nina und Simone sind jung und schön und kriegen das erste Mal Lämmer. Ich bin gespannt, welche Farben dabei herauskommen, denn Klaus-Oscar ist ein weißer „Sinnerman“. Kommen weiße Lämmer, oder kommen schwarze Lämmer, oder ein weißes und ein schwarzes? Vielleicht … warten wir’s ab.

Unerwartet und unbemerkt lammte heute auf der nächtlichen Salzwiese – oder vielleicht auch während der ersten Himmelsdämmerung – ein Schaf. Doch verpasst! Eindeutig ein paar Tage zu früh, aber zum Glück ist alles gut gegangen. Es ist eine vom vorletzten Jahr, recht wild noch, das Lamm kräftig, ein Mädchen. Erst Stunden später haben wir sie entdeckt und nach Hause geholt.

So kriegten wir heute unser erstes Lamm, wenn auch nicht von Nina oder Simone. Primadonna soll es heißen.

Lüttmoor- Lämmer

Herzlichen Gruß ab heute nun auch von Nordstrandischmoor!

Auf Nordstrandischmoor gibt es nicht nur viele Lämmer um diese Jahreszeit (>100, Tendenz steigend), sondern auch ganz besondere. Unsere Nummer 14 ist ziemlich frech und hüpft gern mal durch den Zaun zu den Nachbarn, Nummer 17 mag lieber aus der Flasche als bei der Mama nuckeln, Nummer 23 hat Ähnlichkeit mit einem Riegel Kinderschokolade (schwarzweißsüß), Nummer 19 steht wackelig aber wacker auf den Beinen, und Nummer 16  (im Bild) läuft wie ein Model vor der Kamera.

Das Herz auf der rechten Pobacke wird sich bald in der Wolle verwachsen, aber bis dahin werden sicher noch viele Fotos gemacht…

Gans klar- heute war Zähltag

Windstille und nur ein bisschen morgendlicher Dunst und das in der Mitte des März – das ist der Moment, die Brutpaarzahlen der Graugänse auf Oland zu ermitteln. Das ist nicht so einfach, wie es sich anhört. Hier kommt man den Gänsen nicht so nah wie z.B. in Hamburg. Deshalb verzeihe man mir die fotographische Schummelei. Diese beiden Graugänse flirten hanseatisch. Martina Born hat das Bild an der Alster gemacht und mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt.


Auf Oland sitzen die meisten Paare der Graugänse in der hohen Vegetation der unbeweideten Salzwiese, die zum Nationalpark gehört. Gezählt wird von mir immer, ohne zu stören, von außen. Das bedeutet, dass man unendliche Geduld braucht, bis man die Gänse alle entdeckt hat. Minutenlang starrt man auf einen Bildausschnitt im Spektiv, bis sich wie ein Periskop einer der charakteristischen Gänseköpfe in die Höhe schraubt, um meist gleich darauf wieder zu verschwinden. Es folgt leicht verschoben der nächste Bildausschnitt, bis man sich durch die gesamten hundert Hektar geschaut hat. Heute sah es so aus, als würde ein Großteil der Gänse schon auf den Gelegen mit 4-6 Eiern sitzen, welche 27-29 Tage bebrütet werden. Diese Grauganszählung mache ich im Moment im Abstand weniger Tage, um ein möglichst detailliertes Bild zu bekommen. An einem Tag sieht man die Paare noch rufend über die Salzwiese fliegen, am nächsten Tag sind sie eventuell schon im hohen Gras für meine Augen verschwunden. Mehrere Momentaufnahmen zusammengefügt, ergeben für mich dann nach einiger Zeit ein recht klares Bild von den Brutpaarzahlen. Wunderschön ist es, alleine hier draußen zu stehen und diese majestätischen Tiere zu beobachten.


Wenn ich richtig liege, dürften es dieses Jahr so etwa 120 Graugans Brutpaare auf Oland geben. Das ungestörte und fuchsfreie Vorland ist ein Paradies für die Tiere. Die Zahlen sind hier in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Allerdings war landesweit der Bestand der Gänse bis zu den 1960 gern Jahren auch beinahe erloschen, so dass es sich jetzt um eine Erholung dieser Art handelt und nicht um „zu viele Gänse“. Da auf Oland niemand von der Landwirtschaft lebt, sind zum Glück unsere Gänse hier gut angesehen.
Auf dem Rückweg zur Warft konnte ich dann noch in einem großen Trupp von Ringelgänsen zwei der seltenen Rothalsgänse beobachten.  Zusätzlich hielt sich am Rande dieses Trupps auch unsere bekannte Ringelgans OFRF auf. Sie sah viel gesünder aus als bei meiner letzten Beobachtung.
Nach diesem schönen Zähl- Vormittag hat es mir dann fast gar nichts mehr ausgemacht, dass zuhause die ganze Arbeit liegengeblieben war, weil mir mal die Zeit davon geflogen ist…