Aus Flaumbällchen werden Vögel

Die Brutzeit der Austernfischer geht nun in die letzte Phase. Oland ist einer der Standorte, an denen ein bisschen genauer nach dem Bruterfolg der Austernfischer geguckt wird. Hier scheint der Bruterfolg immer noch einigermaßen gut, wenn auch von Jahr zu Jahr schwankend. Welche Gründe hat es nur, dass die Bestände des Austernfischers in den letzten 20 Jahren um die Hälfte gesunken sind? Niemand weiß es genau, aber man denkt in verschiedene Richtungen. Es muß etwas damit zu tun haben, dass der Bruterfolg nicht gut ist – und das schon seit Jahren. Aber warum ist das bloß so?
Dieses Jahr war der Schlupferfolg gar nicht so schlecht, wenn auch auf einigen Flächen ein Hochwasser viele Nester davon geschwemmt hat. Dieses hier hat gerade noch so Glück gehabt.


Gerade geschlüpft, ist Regen und Kälte für die kleinen Flaumbällchen gar nicht gut. Und davon hatten wir leider dieses Jahr zu viel. Die Altvögel versuchen, die Küken warm zu halten, aber dies misslingt oftmals. Ist das Watt oft unter Wasser, wie meistens in Wetterlagen mit viel Wind aus West, dann wird es auch mit der Nahrungssuche schwierig.


Der Bruterfolg wird daran gemessen, wie viele Küken flügge werden. Heute haben wir die ersten fast flüggen Küken mit Farbringen beringt. Sie sind dann einen knappen Monat alt und werden rund um die Uhr von den Eltern bewacht und gefüttert.

Diese Ringe lassen sich aus größerer Entfernung ablesen, ohne den Vogel stören zu müssen. So können wir verfolgen, wie es den kleinen Austernfischern weiter ergeht. Wo werden sie ihren ersten Winter verbringen und kommen sie im nächsten Jahr wieder nach Oland? Wo werden sie als erwachsene Vögel ihre Brutreviere finden? Wir sammeln zu diesen individuell markierten Vögeln natürlich auch viele andere interessante Daten und Beobachtungen und das Oländer Team ist auch nur eines von mehreren. Mindestens einmal im Jahr treffen wir AuFi – Forscher uns und legen unsere Puzzleteile zusammen. Vielleicht können wir helfen,  einige Rätsel  zu lösen.

„Kurz auf die Waage“ gehört auch zur Prozedur, aber danach geht es dann sofort wieder in die Freiheit. Das ganze beringen, messen und wiegen dauert pro Vogel höchstens 3-5 Minuten. Die Altvögel stehen schimpfend in einiger Entfernung, lassen das Geschehen nicht aus den Augen und kehren dann sofort zum Küken zurück, wenn wir es am Fangplatz wieder freilassen.

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Adler- Express: Die High- Speed- Verbindung durch’s Wattenmeer

Eigentlich hätten die Fahrgäste der Adler- Express heute um 19:40 Uhr wieder zurück auf Nordstrand sein sollen. Doch der Kapitän hatte sich stattdessen einen schönen Liegeplatz direkt vor der Westspitze von Nordstrandischmoor ausgesucht.

Über die Lautsprecheranlage an Bord wurden die Gäste zu Kaffee und Softdrinks eingeladen.

Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Also Männer: fix rein in die Wathosen und Moin sagen.

Das Schiff konnte bequem einmal umwandert und bewundert werden. Aber da es für Halligmenschen leider keinen Kaffee gab, liessen unsere Männer die High- ÄH- Low- Speed- Express schnell wieder allein im Watt.

Gegen 22:00 Uhr war dann endlich wieder genug Wasser im Priel, um die Weiterfahrt nach Nordstrand zu starten. Na, dann gute Heimfahrt und (fast) immer eine Handbreit Wasser unter’m Kiel…

Lesetipp: Das neue Halligmagazin


Letzte Woche ist die erste Ausgabe des neuen Halligmagazins erschienen und ich bin begeistert davon. Sicher wird „Wir Halliglüüd“ ein Erfolg werden, denn es stehen interessante Themen für Gäste und Einwohner darin. Geplant sind zwei Ausgaben pro Jahr. Für 3,90 Euro plus Porto kann man das DIN A 5 Heft in schöner Aufmachung auch abonnieren. Ein Bestellformular findet sich auf der Internetseite http://halligmagazin.de/

Fein ist es, dass nicht nur „Schönwetterthemen“ zum ankurbeln des Tourismus behandelt werden, sondern z.B. auch das heiße Eisen „demographischer Wandel“, welches uns hier auf Oland besonders beschäftigt.

Besonders beeindruckt hat mich persönlich der fotographische Nachruf auf eine kürzlich verstorbene Langenesserin, der sehr geschmackvoll und warmherzig rüberkommt und ebenfalls betont, dass das neue Halligmagazin kein weiteres simples Reiseheftchen ist.
Es hat Spaß gemacht, bei einer Tasse Tee in Ruhe im Magazin zu blättern und ich wünsche dem kreativen Team viel Erfolg und viele Abonnementen. Vielleicht können Magazin und Blog sich ja den einen oder anderen thematischen Ball hin – und her spielen und sich gegenseitig ergänzen. Das wäre schön-und der Anfang ist ja schon mal sehr gelungen: Im Magazin wird unser Blog freundschaftlich erwähnt. Danke!