Winterliche Vogelinventur

Letzte Woche wurden an der gesamten Wattenmeerküste alle Vögel gezählt. Diese Zählungen, mehrfach im Jahr, finden immer in allen Gebieten gleichzeitig statt. Es wird an einem Tag zu Springtide bei Hochwasser gezählt, weil die Vögel dann an den Kanten rasten und nicht im Watt verstreut Nahrung suchen. Das hört sich erstmal einfach an, aber es ist schon eine Herausforderung… Auf Oland gibt es z.B. eine Stelle, an der das Hochwasser oft noch eine Wattfläche übrig lässt und dort tummeln sich dann viele kleine graue Vögelein auf grauem Boden.

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Die mittwinterliche Zählung ist immer sehr spannend, quasi eine Wundertüte, denn es kann „alles drin“ sein. Es gibt ja nicht nur die Vögel, die im Winter garantiert weit weg gezogen sind, sondern auch viele Arten, die spontan und kleinräumiger auf bestimmte Wetterereignisse reagieren.

So war es ja im Dezember schon einmal recht kalt und es verschwanden z.B. die meisten der Gänse. Als es dann um Weihnachten mild wurde, zogen große Trupps Gänse wieder gen Norden und überquerten auch Oland. Unsere Zählung fand nun am Beginn der erneuten Kälteperiode statt und wir waren neugierig, welche Vögel noch da sind, welche schon und welche nicht.

Ringelgänse waren da und zwar mehr als 200 Tiere und das ist viel für Januar.

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Austernfischer sind eigentlich immer anwesend, aber es bleibt in Frage, ob es „unsere Vögel“ sind oder nicht wenigstens teilweise Tiere aus dem Norden. Dann säßen die Hallig-Austernfischer jetzt ein Stückchen weiter südlich. Vielleicht liest ja jemand in diesem Winter noch einige von uns beringte Vögel ab, dann wissen wir es genau.

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Schneeammern sind Wintergäste bei uns und immer ein wunderbarer Anblick, wie ich finde.

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Das Zählgebiet Langeness und Oland wird von der Schutzstation Wattenmeer bearbeitet. Die Ergebnisse werden weitergemeldet, zentral gesammelt und ausgewertet. Für diese Zählung waren wir nun ein fröhliches Team aus vier Personen, konnten uns mit dem anstrengenden Gucken im grellen Winterlicht abwechseln und Oland in zwei Teilen ablaufen. Insgesamt sahen wir Küstenvögel aus 20 verschiedenen Arten und dazu noch einige Singvögel. Am meisten Individuen gab es vom Alpenstrandläufer zu sehen, nämlich 3417 (winzige graue wuselnde Vögel…). Vielleicht haben wir uns da auch um 1 oder 2 verzählt….. Aber allen Zweiflern sei gesagt: wenn vier erfahrene Zähler auf eine ungefähr ähnliche Zahl kommen, dann ist das weit mehr als nur eine Schätzung.

Isabelle, Andi und Tim möchte ich für das nette Teamwork danken und Tim für die beiden Vogel- Fotos.

 

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