Expedition ins Tierreich, Teil 1

Die Brutvogelkartierungszeit beginnt. Auf Oland kann man zum Glück viele Brutvögel vom Sommerdeich aus mit dem Spektiv beobachten, aber z.B. um die Rotschenkel zählen zu können, muss man das Vorland betreten.

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Mir ist bewusst, dass dieser Zutritt für die Brutvögel eine Störung ist, aber man nimmt das in Kauf, um verlässliche Aussagen über den Bestand machen zu können. Wir arbeiten beim Kartieren mit mehreren Personen: einer geht rein, ein anderer zählt von außen, welche Vögel auffliegen. Damit hält man das Zeitfenster der Störung klein. Außerdem macht man das natürlich nur bei trockenem Wetter mit ordentlichen Temperaturen, d.h. wenn es nicht zu kalt und nicht zu heiß ist. So habe ich mir heute mal eine bestimmte Wattkante angeguckt, die man ganz gut und schnell erreichen kann, ohne übermäßig viel zu stören und von der aus man Rotschenkel und in der Ferne auch Löffler sehen kann. Bei den Löfflern sieht es durchs Fernglas schon mal gut aus. Etwa 40 Tiere konnte ich sehen und alles ist dort ruhig.

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Heute war ich außerdem sehr gespannt, wie weit die Möwen schon mit der Eiablage sind und weiß jetzt, dass die Silbermöwen gerade mit dem ersten Ei begonnen haben und die Sturmmöwen noch nicht. Zum Glück ist der Himmel immer nur sehr kurz so voller Möwen, wie auf diesem Bild. Sobald man sich ein Stückchen entfernt, setzen die Tiere sich ganz ruhig wieder hin.

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Eigentlich müssten unsere Graugänse schon fertig mit der Brut sein und das Vorland verlassen haben. Dieses Jahr ist allerdings durch den langen harten Winter bei diesen Tieren einiges durcheinander. Einige schienen die erste Brut im Schneesturm wieder aufgegeben zu haben und ich war neugierig, ob sie einen zweiten Versuch wagen würden. Einige haben dies anscheinend nicht getan und sitzen nun paarweise und ein bisschen unmotiviert auf den Wiesen herum, aber einige haben eben doch noch ein Gelege begonnen. Und leider habe ich eine Gans heute beim brüten gestört, die ich dort nicht mehr erwartet hätte. Sorry, Graugans; nun weiß ich ja, wo du sitzt und störe dich nicht wieder. Und ich kann diese wunderschönen großen Eier einmal hier herzeigen.

Die Graugänse die auf Oland brüten, laufen nach dem Schlupf der Küken als Familie über das Watt zum Festland, um dort Süßwasser und Schutz zu fnden. Heute kamen in Schlüttsiel drei Oländer Familien an, wurde mir gerade telefonisch berichtet.

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Für mich ist die Brutzeit immer das Highlight des Jahres. Hoffentlich klappt dieses Jahr alles einigermaßen und es gibt weder Landunter noch Fuchsalarm, noch Starkregen oder übermäßige Hitze…

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Halligtiere, mit Humor

An die netten Ostergrüße von der Hallig Hooge (von Jennifer mit dem süßen Schnee-Hasen) und der Hallig Nordstrandischmoor (von Susanne mit dem eierlegenden Loren-Hasen) möchte ich auch noch gerne die Hallig Langeneß „tierisch“ beteiligen.
Nachfolgend eine Zusammenstellung einiger Halligtier-Bilder, zum heutigen 1. April natürlich mit einer etwas heiteren Note (eben April-April). Die Bilder sind alle auf Langeneß oder im Watt vor Langeneß entstanden.

Beginnen möchte ich mit den Seehunden, die inzwischen wieder in großer Zahl zwischen Hooge und Langeneß leben.

Nach seinen anstrengenden Beutezügen in der Nordsee ist die Rast- und Ruhezeit für den Seehund das höchste Gut: 01Nee, näh? …nicht schooon wieder diese nervigen Wandergesell‘n, ständig stören die meine wohlverdiente Ruhestunde  

Seehunde sind sehr feinfühlige und (an manchen Körperteilen) auch sehr empfindliche Tiere: Huuch, … ist das Wasser heute aber wieder mal a….kalt!Huuch, … ist das Wasser heute aber wieder mal a….kalt!

Die kleinen Heuler tummeln sich bei Ebbe sehr gerne auf den Sand-Spielplätzen herum, natürlich immer unter stetiger Obhut:Fürsorgliche Mütter mit ihren Lieblingen auf dem Wasserspielplatz
Fürsorgliche Mütter mit ihren Lieblingen auf dem Wasserspielplatz

Nun zu den Vögeln.

Die bei den Gänsen so beliebten Flugformationen gelingen perfekt nur unter Führung einer erfahrenen Leitgans:04„Frontgans“

Woher haben eigentlich die Austernfischer ihren Namen?
Wäre nicht „Karotten-Schnäbler“ besser geeignet? | Halligen | Langeneß | . . . Austernfischer, Schnaber immer gegen den WindSchnabel immer gegen den Wind

Damit die Halligen nicht überaltern, ist stetiger Nachwuchs unabdingbar. Aber wie man sieht, brauchen wir uns vielleicht wohl doch nicht mehr so große Sorgen zu machen:06Klapperstörche im Watt (gesichtet zwischen Langeneß und Föhr)

Übrigens legen Kühe auf der Hallig gerne auch mal menschliche Verhaltensweisen und Bedürfnisse an den Tag: | Halligen | Langeneß | ..Halligkuh im StrandasternfeldPensionsgast „Kuhnigunde“ beim Fotoshooting. Umsäumt von zart duftenden, rosa-violett blühenden Strandastern, …..sie mag’s halt romantisch

 

…und wie lautet zum Schluss nun unser tierisches Fazit?

| Halligen | Langeneß | ...das Halligleben ist schon anstrengendMenschenskinder, …das Halligleben ist schon tierisch anstrengend

Noch eine fröhliche Zeit.