Kranfahrt

Nach Hooge wird alles mit der Fähre gebracht. Viecher, Särge, Baumaterial, Maschinen, Müll und Möbel. Für Brückenarbeiten an unserer Kirchwarft wird in den nächsten Wochen schweres Gerät gebraucht. Aber ein Kran ist kein Huhn. Deshalb musste heute beim Parken und Verstauen ziemlich viel gerufen und gewunken werden….

 

We are the Champignons

Im Spätsommer hat es auf Oland niemand weit vom Sofa zum Abendessen.

002Überall wachsen leckere Champignons. Man muß sich nur bücken…

004Wenn ich schon aussuchen darf, nehme ich gerne die kleinen geschlossenen Pilze, statt der riesigen mit den offenen Lamellen. In denen sitzt doch hier und da mal ein Würmchen…

006Aufpassen muß man vor allem, dass man den Champignon nicht mit dem Knollenblätterpilz verwechselt, der angeblich auch schon auf den Halligen gefunden wurde. Mein wunderschönes Pilzbüchlein von 1918 hilft mir, die Merkmale noch mal zu kontrollieren. Keine Knolle am Auswuchspunkt, rosefarbiges Fleisch nach Anschnitt und eine farbige Lamelle – die kommen aufs Brot! Einfach nur gewaschen und geschnitten, mit ein bißchen Salz auf einem Schwarzbrot, so mag ich die Pilze am liebsten essen.

005Dieser Blogpost wurde etwa 2 Stunden nach Verzehr veröffentlicht. Solltet ihr nun nichts mehr von mir hören…. Tja….

Abends auf der Hallig

Lieblich senkt die Sonne sich,
Alles freut sich wonniglich
In des Abends Kühle!

Du gibst jedem Freud und Rast,
Labst ihn nach des Tages Last
Und des Tages Schwüle.

Horch, es lockt die Nachtigall,
Und des Echos Widerhall
Doppelt ihre Lieder!

Und das Lämmchen hüpft im Tal,
Freude ist jetzt überall,
Wonne senkt sich nieder!

Wonne in des Menschen Brust,
Der der Freud ist sich bewusst,
Die ihm Gott gegeben,.

Die du jedem Menschen schufst,
Den aus nichts hervor du rufst
Auf zum ew’gen Leben.

Theodor Storm

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Zorro und der Bruterfolg

Auch in diesem Jahr wollten wir wieder für die Austernfischer auf Oland wissen, wie viele junge Vögel flügge werden. Nun ist die Zeit der Erfassungen draußen vorbei und ich kann beginnen, Daten und Fotos zu sortieren und in eine Form zu bringen. Mein Beitrag im Blog heute ist meinem Lieblings- Austernfischer Zorro gewidmet. Zorro trägt die schwarze Maske, denn er (oder sie, im Weiteren „er“, der Vogel, genannt) ernährt sich im Hafenbecken von Oland, wo es ganz schön schlickig ist. Sein Brutplatz befindet sich direkt am Hafen, deshalb kennen ihn auch viele Olandbesucher. Wenn es direkt über einem schreit und flattert und dann plötzlich am Kopf rumst, ist Zorro dabei, sein Gelege oder seine Küken zu verteidigen.

DSC01492 (2)                                                               Zorro, mein Held. Foto von Julia Pasinski. Ich glaube, er ist auch ihr Held 🙂
Austernfischer müssen bei der Wahl ihrer Brutplätze vieles bedenken. Nah an der Nahrung bedeutet unter Umständen Überflutungsgefährdung. Menschenfreiheit bedeutet manchmal Möwenkolonienähe. Ruhige und friedliche überflutungsfreie Wiesen bedeuten oft einen weiten Weg zur Nahrung.
Der Oländer Hafen bedeutet tolle Nahrung, überflutungssichere Kanten, aber viele viele Menschen, die nichtsahnend in Gelegenähe geraten. Also ist Zorro lediglich beherzt und nicht etwa aggressiv, wenn er menschliche Störungen mit Angriffsflügen beantwortet. Wir haben angefangen…

DSC_0252                                                                Spitzer Vogelschnabel auf menschlicher Augenhöhe….
Zorro hatte dieses Jahr Bruterfolg, wie so oft in den letzten Jahren. Seine Rechnung ist also aufgegangen. Er hat es sogar geschafft, sein Küken vor uns zu verstecken, bzw. uns respektvoll auf Abstand zu halten, bis es flügge war, so dass wir es nicht farbberingen konnten. Aber Zorro selbst hat dieses Jahr Farbringe bekommen, denn mich interessiert es brennend, ob der Vogel sich im Winter auch irgendwie „anders und besonders“ verhält. Ich möchte ihn gerne auch außerhalb der Brutzeit erkennen können.

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                                                                Links der Nachwuchs. So propper müssen Küken aussehen! Foto: Julia
Zorros Verhalten, welches uns zum Kopf schützen und auf dem Boden werfen bringt und ihm Bruterfolg beschert, ist eine Ausnahme. Eine besondere Strategie, denn dazu sind einzelne Individuen beim Austernfischer durchaus fähig. Die große Masse der anderen Vögel hatte dieses Jahr wieder große Probleme bei der Aufzucht der Küken. Der Bruterfolg ist auf den Halligen zwar noch relativ gut, aber keineswegs so, dass man sich beruhigt zurücklehnen kann. Die Bestände der Austernfischer schwinden Wattenmeerweit dahin und über die Ursachen kann man bisher leider lediglich Vermutungen anstellen. Extreme Witterungseinflüsse, veränderte Nahrungsverfügbarkeit, Prädation (also Eier- und Kükenklau durch andere Tiere, mit und ohne Fell)und menschliche Einflüsse sind hier nur einige Stichworte, die den schlechten Bruterfolg erklären könnten.

DSC_0250                                                               Nach der Beringung lief Zorro ein paar Meter von uns weg, drehte um, nahm Rasmus aufs Korn..
Wissenschaftliche Fragestellungen kann man mit Einzelschicksalen nicht beantworten. Aber einzelne Vögel für ihren Mut, ihr Geschick und das Stimmvolumen zu bewundern, das ist trotzdem irgendwie wichtig für mich. Mein Dank geht an Julia für die wunderschönen Fotos und an Maria und Rasmus, die sich dem geliebten Untier mutig gestellt haben.

Eine Hallighühnerfahrt

Heute haben 20 Hühner ihren Wohnsitz von Hallig Süderoog nach Hallig Hooge verlegt. Da Hühner meistens überdacht und in der Regel unter Deck reisen, ist es nur fair, ihnen diesen Blogpost zu widmen, damit sie ihre erste große Fahrt bei Gelegenheit einmal nachlesen können. Willkommen auf Hooge, ihr wackeren Seefahrerhühner!

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SANTIANO

Die Chartstürmer auf der Hallig – Seemanns-Rock vom Allerfeinsten.

An vier Tagen (15.-18.8) gaben SANTIANO vier Konzerte auf der Hallig Langeneß.
Schiffe vom Festland und den umliegenden Inseln  (Sylt, Amrum, Föhr, Pellworm sowie Hallig Hooge) brachten die Besucher auf die Hallig.2013-08-16_01

Die Auftritte fanden im Schafstall auf der Warft Hilligenley statt.

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Dann ging’s los, Santiano heizte die Besucher mächtig ein.

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Nach Konzertende hörte man ausschließlich Kommentare wie „Wahnsinn, unglaublich, grandios, einzigartig….“
Eine bekannte Amrumer Persönlichkeit (selbst Musiker), legte seine Hand auf meine Schulter mit den Worten „War das geil!!? War das geil!!?“ und entschwand verzückt zum Schiff zurück nach Amrum.

Wir hoffen, im nächsten Jahr Santiano wieder hier erleben zu dürfen. Auch die Band war, nach deren Aussage, von den Konzerten begeistert. In letzter Zeit nur noch  in riesigen Hallen mit zum Teil über 10.000 Besucher gastierend, endlich mal wieder ein Auftritt mit sehr engem Kontakt zum überschaubaren Publikum (450 Personen), in einer einzigartigen Atmosphäre im Schafstall am Meer, auf einer Hallig.

Hier geht’s zu den Hörproben ihrer aktuellen CD „mit den Gezeiten

Infos zur Veranstaltungsreihe „Kultur auf den Halligen“

(dieser Beitrag wird auch auf www.halligbilder.wordpress.com veröffentlicht)