Christians Besuch auf Oland…

Gestern haben wir uns noch gefragt „Wo will der Christian mit der Schute hin?“

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Später wussten wir es dann. Übrigens, diese Schuten sind Material-Zwischenlager des Küstenschutzamtes und besitzen keinen eigenen Antrieb. D.h bei einer Havarie läuft da nichts giftiges aus. Es ist einfach nur doof, die Dinger überall wieder einzufangen.

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Alle entstandenen Schäden auf Oland während dieses Orkans fallen zum Glück lediglich in die Kategorie „ärgerlich“, es ist nichts wirklich schlimmes passiert.

 

DSC_0558Fies geschüttelte Apfelbäume und fehlende Dachpfannen lassen sich verschmerzen. Wir wollten endlich mal unsere Zaunelemente im Garten behalten und haben vorher alles zusammengeknotet was uns gehört und am Fahnenmast befestigt. Zum Glück war es dann nicht unser Fahnenmast, der umfiel.

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Also, alles gutgegangen. Vielen Dank der netten Nachfragen auf allen Kanälen. Man freut sich über jede freundliche Meldung, allerdings war es ganz praktisch, dass diesmal Strom, Internet und Handynetz auf einmal ausfielen und man alles „danach“ erst beantworten durfte.

Das Hochwasser ist genau so gekommen wie angekündigt und war kein Grund zur Sorge. Die Windgeschwindigkeit war allerdings ein bißchen heftig und besonders haarig war die Situation, als der Wind von Süd auf westlicher drehte und es komische Verwirbelungen gab. Wenn dann die (einzeln verklammerten!) Dachpfannen das fliegen lernen und man selber damit beschäftigt ist, den besorgten Mann drinnen an der Kaffeekanne festzubinden, mag man nicht auch noch telefonieren…

Zum Frühstück gab es übrigens Christianmässigen Nachschlag in frostiger Form. Achja, und danke auch für das nächtliche Gewitter… Nun ist aber gut!DSC_0561

 

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Nach Christian

Puha. Christian hat gestern ziemlich wild getanzt. So einen Sturm haben wir hier noch nicht erlebt. Das nagelneue Dach hat nun ein paar Löcher, bei den Nachbarn sind ganze Fassaden weggeflogen und Anhänger in Zäune gekracht. Langsam läuft das Wasser wieder ab, aber noch gehören die Straßen dem Alpenstrandläufer.

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Landunter

Heute gab es reichlich Wind und Wasser auf den Halligen. Bei uns auf Nordstrandischmoor sah das so aus:

13:30 Uhr – die Ruhe vor dem Sturm: IMG_0532 1330Uhr

14:30 Uhr – Sturm und Regen ziehen auf: IMG_0572 1430Uhr

16:30 Uhr – Landunter: IMG_0609 1630Uhr

17:30 Uhr – Hochwasser ist erst in 2 Stunden, aber das Wasser steigt nicht mehr und die Schafe stehen trocken: IMG_0732 1730Uhr

111 Jahre Leuchtfeuer Nordmarsch

Im Oktober 1902 erblickte das Leuchtfeuer Nordmarsch (im wahrsten Sinne des Wortes) das Licht der Welt. Vor somit 111 Jahren wurde es in Betrieb genommen. Es steht auf der „Alten Peterswarf“ (heute  Alt-Peterswarf genannt) am westlichen Zipfel der Hallig Langeneß. Dieses Leuchtfeuer wird häufig auch als „Leuchtturm Langeneß“ bezeichnet, genau genommen ist es  jedoch ein Leuchtfeuer, da es sein Licht nicht rundum (360°) ausstrahlt.
Das Feuer dient noch heute als Quermarken- und Orientierungsfeuer für die Fahrwasser Norder- und Süderaue.

Geschichte des Leuchtfeuers

Im 18. und 19. Jahrhundert lebten auf der Alt-Peterswarft wohlhabende Kapitänsfamilien. Doch Ende des 19. Jahrhunderts war der Abbruch der Warft nicht mehr aufzuhalten. Die Warft musste nach einer besonders schweren Sturmflut im Jahr 1894 endgültig verlassen werden.

Hier eine historische Aufnahme aus dem Jahr 1894, deutlich erkennbar, die von den Sturmfluten völlig zerstörte Warft, deren Abbruchkante bereits das Haus erreicht:1894-00-00_1194

Bis weit ins 19. Jahrhundert verlief der Schifffahrtsweg Husum-Föhr zwischen den beiden Halligen Oland und Langeneß hindurch. Ende des 19. Jahrhunderts wurde ein Dammbau geplant, der Oland mit Langeneß verbinden sollte und den Schifffahrtsweg verschloss, der heutige Lorendamm.
Da die künftige Route von Husum nach Wyk  durch das Fahrwasser Süderaue über die Wattfläche Marschnack deutlich schwieriger zu befahren war, forderten Schiffer ein Leuchtfeuer am westlichen Ende der Hallig. Im Jahr 1901 begann man mit der Befestigung der noch verbliebenen alten Warft, im Folgejahr  wurde dann der Turm mit dem Leuchtfeuer errichtet. Der Turm erhielt eine Bauwerkshöhe von 11,50m, die Feuerhöhe lag bei etwa 13m über dem mittleren Tidehochwasser. Als Tageskennung zeigte der Turm einen rotbraunen Anstrich.

Die Alt-Peterswarf wurde jedoch immer wieder durch die sturmflutanfällige exponierte Lage an der Westspitze der Hallig beschädigt. Nachfolgend ein Bild aus dem Jahr 1911, es zeigt die Schäden an der Warft nach der großen Sturmflut vom 5./6. November 1911:1911-11-06_348

Im Jahr 1916, während des  1.Weltkriegs, erlitt die Warft durch eine Seemine starke Beschädigung. Auch der Turm wurde in Mitleidenschaft gezogen und geriet in erhebliche Schiefstellung.
1928 wurde die Warft durch eine schwere Sturmflut erneut so stark beschädigt, dass sie daraufhin mit einem Basaltsäulendeckwerk eingedeckt wurde, welches bis heute noch Bestand hat.
Die Schäden am Turm konnten jedoch erst  1953 vollständig behoben werden. Der Turm wurde mit einem Ziegel-Mauerwerk verblendet, auch die Schiefstellung konnte damit weitestgehend ausgeglichen werden.
Somit änderte sich das Aussehen des Turmes vom rotbraunen Anstrich zur braunen Mauerwerksummantelung.

Bis heute ein wundervoller, (meist) sehr stiller und romantischer Ort. Mein Lieblingsplatz:2013-05-09_3470                                         [klick auf die Bilder > vergrößert]

(vielen Dank an Volquard Broders für die zur Verfügung gestellten historischen Aufnahmen)

Schularbeiten Nordstrandischmoor

Im Moment sind Herbstferien in Schleswig-Holstein. Das ist für viele die Zeit für Urlaub. Hier auf der Hallig wird jedoch ordentlich gewerkelt. Unser Halliglehrer muss leider aus gesundheitlichen Gründen umziehen. Viele Loren voll mit Umzugskisten und Möbeln wurden daher in den vergangenen Tagen ans Festland gefahren. 01_NMoor_Lorepacken_IMG_0173 02_NMoor_Lorepacken_IMG_0177

Auch der Sperrmüll, der bei dieser Gelegenheit anfällt, muss rüber ans Festland.

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Wir sind alle sehr gespannt, wer nach den Ferien hier auf der Hallig wohnen und die fünf Schüler unterrichten möchte. Bis zum Einzug wird noch ein wenig geschraubt und geschrubbt auf der Schulwarft. Den Schulweg hat die Nordsee gestern sauber gespült- wir hatten Landunter.

17.10.2013, 12:30 Uhr: 04_Wassernaht_IMG_0262

17.10.2013, 14:30 Uhr: 05_Landunter_IMG_0297