111 Jahre Leuchtfeuer Nordmarsch

Im Oktober 1902 erblickte das Leuchtfeuer Nordmarsch (im wahrsten Sinne des Wortes) das Licht der Welt. Vor somit 111 Jahren wurde es in Betrieb genommen. Es steht auf der „Alten Peterswarf“ (heute  Alt-Peterswarf genannt) am westlichen Zipfel der Hallig Langeneß. Dieses Leuchtfeuer wird häufig auch als „Leuchtturm Langeneß“ bezeichnet, genau genommen ist es  jedoch ein Leuchtfeuer, da es sein Licht nicht rundum (360°) ausstrahlt.
Das Feuer dient noch heute als Quermarken- und Orientierungsfeuer für die Fahrwasser Norder- und Süderaue.

Geschichte des Leuchtfeuers

Im 18. und 19. Jahrhundert lebten auf der Alt-Peterswarft wohlhabende Kapitänsfamilien. Doch Ende des 19. Jahrhunderts war der Abbruch der Warft nicht mehr aufzuhalten. Die Warft musste nach einer besonders schweren Sturmflut im Jahr 1894 endgültig verlassen werden.

Hier eine historische Aufnahme aus dem Jahr 1894, deutlich erkennbar, die von den Sturmfluten völlig zerstörte Warft, deren Abbruchkante bereits das Haus erreicht:1894-00-00_1194

Bis weit ins 19. Jahrhundert verlief der Schifffahrtsweg Husum-Föhr zwischen den beiden Halligen Oland und Langeneß hindurch. Ende des 19. Jahrhunderts wurde ein Dammbau geplant, der Oland mit Langeneß verbinden sollte und den Schifffahrtsweg verschloss, der heutige Lorendamm.
Da die künftige Route von Husum nach Wyk  durch das Fahrwasser Süderaue über die Wattfläche Marschnack deutlich schwieriger zu befahren war, forderten Schiffer ein Leuchtfeuer am westlichen Ende der Hallig. Im Jahr 1901 begann man mit der Befestigung der noch verbliebenen alten Warft, im Folgejahr  wurde dann der Turm mit dem Leuchtfeuer errichtet. Der Turm erhielt eine Bauwerkshöhe von 11,50m, die Feuerhöhe lag bei etwa 13m über dem mittleren Tidehochwasser. Als Tageskennung zeigte der Turm einen rotbraunen Anstrich.

Die Alt-Peterswarf wurde jedoch immer wieder durch die sturmflutanfällige exponierte Lage an der Westspitze der Hallig beschädigt. Nachfolgend ein Bild aus dem Jahr 1911, es zeigt die Schäden an der Warft nach der großen Sturmflut vom 5./6. November 1911:1911-11-06_348

Im Jahr 1916, während des  1.Weltkriegs, erlitt die Warft durch eine Seemine starke Beschädigung. Auch der Turm wurde in Mitleidenschaft gezogen und geriet in erhebliche Schiefstellung.
1928 wurde die Warft durch eine schwere Sturmflut erneut so stark beschädigt, dass sie daraufhin mit einem Basaltsäulendeckwerk eingedeckt wurde, welches bis heute noch Bestand hat.
Die Schäden am Turm konnten jedoch erst  1953 vollständig behoben werden. Der Turm wurde mit einem Ziegel-Mauerwerk verblendet, auch die Schiefstellung konnte damit weitestgehend ausgeglichen werden.
Somit änderte sich das Aussehen des Turmes vom rotbraunen Anstrich zur braunen Mauerwerksummantelung.

Bis heute ein wundervoller, (meist) sehr stiller und romantischer Ort. Mein Lieblingsplatz:2013-05-09_3470                                         [klick auf die Bilder > vergrößert]

(vielen Dank an Volquard Broders für die zur Verfügung gestellten historischen Aufnahmen)

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