Alle Jahre wieder… auf Nordstrandischmoor

Auf Nordstrandischmoor findet in jedem Jahr mit allen Halligbewohnern eine Weihnachtsfeier statt. So machten wir uns gestern alle auf zur Schulwarft- teils zu Fuß, teils mit dem Trecker durchs knietiefe Wasser. Wir hatten mal wieder Landunter, aber die Weihnachtsfeier wollten wir trotzdem nicht ins Wasser fallen lassen.

Die Schüler führten mit ihrer neuen Lehrerin (seit dem 1.12. ist sie da, hurra!) ein Theaterstück auf, danach gab es Kaffee, Kuchen, Glühwein und andere Leckereien. Es wurden Weihnachtslieder gesungen, und natürlich kam auch der Weihnachtsmann.

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Laut polternd und mit zerzauster Frisur kam er zu uns in die warme Stube. Jedes Kind hatte ein Gedicht gelernt und bekam dafür auch ein Geschenk.

Nach ein paar schönen Stunden sind wir alle wieder nach Hause gegangen. Das Wasser hielt sich bis heute. Alle, die heute noch ans Festland wollten, mussten durchs Wasser bis zur Halligkante / Lore laufen. Das sieht dann so aus:

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Frohe Festtage von Nordstrandischmoor!

Xavers Abschied auf Gröde

Xaver hatte sich beruhigt und ist Samstag morgen zufrieden und ohne Murren abgezogen, aber nicht ohne seinen eindeutigen Eindruck zu hinterlassen. Die Schäden sind unübersehbar. Nicht nur an unserem Dach hat er genagt. Auch die anderen Reetdächer sind in Mitleidenschaft gezogen worden, wenn auch nicht stark.

Stärker sind die Schäden an der Westseite von Hallig Gröde. Hinter dem neuen Steindeich, den wir im Sommer gebaut haben, konnten viele Grassoden dem lang anhaltenden Sturm nicht standhalten. Sie lagen noch nicht lang genug dort, um sich fest mit dem Untergrund zu verwurzeln. Ein Stück des inneren Steindeiches (wir nennen es den Igel) ist komplett aufgerissen. Dahinter liegen hunderte der großen Steine auf dem Land, wie auf einem Trümmerfeld.

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Sabine konnte ihren 50sten Geburtstag feiern! Mit allen Gästen und einem großen Fest! Einen erleichterten Dank an Xaver! Und herzlichen Dank an alle, die beigetragen haben, die weite Anreisewege auf sich genommen und Sabine und Jürgen und die anderen Gröder mit guter Laune und guten Gesprächen erfreut haben. Ein besonderer Dank gilt unserem Kapitän, der mit seinem Schiff dieses schöne Fest überhaupt erst ermöglicht hat!

Xaver ging, Plastik blieb.

Auch auf Hooge sind wir froh, dass Xaver ohne verheerende Schäden überstanden ist. Als der Wasserstand endlich auf Gummistiefelhöhe angekommen war, bin ich zum Sommerdeich gegangen. Dort hat mich die Plastikflut fast von den Beinen geholt: es sah aus, als hätte jemand eine Handgranate in die Müllkippe geworfen. Ich habe den Plastikmüll auf einer Strecke von 150 Schritten gesammelt – mehr hätte ich auch nicht mehr hinter mir herziehen können.

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Das ist ein guter Anlass, in diesem Blog auf die Aktionsgruppe Küste gegen Plastik hinzuweisen, die am Donnerstag auf Eiderstedt gegründet wird. Ich freu mich über jeden, der kommt, hilft oder weitersagt. Es gibt auch eine Gruppe auf Facebook und selbstverständlich sind auch Menschen willkommen, die nicht an der Küste leben aber die Küste lieben 🙂
Allen einen gemütlichen und ruhigen zweiten Advent, viele Grüße von Hooge!

Lagebericht Oland: Das sieht ganz gut aus!

Das Daumendrücken unserer Freunde und Gäste hat geholfen. Vielen Dank dafür. So nach und nach werde ich sicher alle mails und Nachrichten beantworten, für den Anfang nehmt bitte diesen Beitrag mit der Entwarnung für Oland zur Kenntnis.

DSC_0623Gute Vorbereitung war schon mal das halbe Geheimnis für das einigermassen gute Gefühl. Alles war drinnen, festgezurrt und gesichert. Rechtzeitig gewarnt wurde ja in allen Medien und wir hatten die Entstehung dieses Sturms schon seit einigen Tagen im Blick. War es beim letzten Orkan ja vor allem der Wind, der uns Probleme machte, mußten wir dieses mal vor allem an Wasser denken. Mit Sturmfluten zu Springtidezeiten spaßt man einfach nicht.

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So sah es denn auch gestern Nachmittag zu Hochwasser bei 2,70 Meter über Normal aus dem Fenster aus. Unangenehm… Sollte es Nachts wie vorhergesagt noch etwas höher auflaufen, würde es knapp werden. Dieser Gedanke und dazu die nervenzerfetzende Geräuschkulisse des Orkans bedeuteten wohl für die meisten von uns eine schlaflose Nacht. Leider unfotografierbar sah es dann auch wirklich gemein aus, die Gischt und die rollenden Wellen direkt vor dem Fenster. Aber das Wasser ist nicht übergelaufen, welch ein Glück.

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So sah es denn heute früh gegen 8 Uhr aus, also vier Stunden nach dem Hochwasser. Man kann den Spülsaum ja gut erkennen – da war noch Luft, unglaublich. Es sah so nah aus, das Wasser! Nun kommt noch ein bißchen Gewitter, Hagel, Schnee, Sturm und noch mal 2 Meter über Normal auf uns zu. Aber das entlockt uns kein Zucken der Augenbraue mehr. Erstmal Tee machen.