Nebel

Seit zwei Tagen schon hängt der Nebel dick über der Hallig.

Die Gänse fliegen vom Nichts ins Nichts.

IMG_0081Vielleicht wäre ich garnicht auf die Idee gekommen, länger rauszugehen, wenn nicht ein Gast mir etwas von einem interessanten toten Vogel „ganz draußen am Sommerdeich“ erzählt hätte. So habe ich mich dann doch auf mein Fahrrad geschwungen und nach ein paar Metern Fahrerei durch dicke Suppe fand ich es dann toll. Ist ein bißchen wie fliegen durch Wolken und die Geräusche sind völlig verzerrt, die Atmosphäre ist irgendwie klasse.

IMG_0077Graugans – Bellen hört sich bei Nebel besonders seltsam an und auch der Ruf des Großen Brachvogels ist ein akustisches Erlebnis in dieser Stimmung.

Und da lag dann auch, passend dazu, die Leiche am Deich, der  interessante Vogel.

IMG_0078Der Gast hatte aufmerksam hingeschaut und den seltsamen Schnabel als „anders als bei Möwe“ erkannt. Das ist ein toter Eissturmvogel, um dessen Fund ich mich freue. Der komische Hubbel auf dem Schnabel ist eine Art Entsalzungsanlage, eine Röhrennase. Ich habe den Körper eingefroren und bei Gelegenheit werde ich ihn dem Forschungs- und Technologiezentrum in Büsum übergeben. Dort wird seit Jahren ein sehr interessantes Projekt untersucht, bei dem es um Müllpartikel in Mägen von Eissturmvögeln geht. Diese Vögel können, anders als Möwen, unverdauliches nicht wieder ausspeien und so sind ihre Mägen in entsetzlichem Maßstab mit Plastik gefüllt. Oft verursacht das den Tod des Tieres. Wer sich für dieses Thema interessiert findet einiges darüber im Internet. Der direkte link zum Projekt ist dieser hier: http://www.uni-kiel.de/ftzwest/ag4/projekte/birds/fulmar_litter.shtml

Lebende Eissturmvögel kann man in Deutschland während der Brutzeit auf der Insel Helgoland sehen. Sie sind wunderschön und das genaue Hingucken wert. Nach der Brutzeit verschwinden sie wieder aufs offene Meer und fischen glitzernde Teilchen aus dem Wasser, die jahrhundertelang kleine Fische waren und nun plötzlich Plastikmist sind.

Ein neues Buch mit Halligthemen

Im Gmeiner Verlag erscheint morgen ein neues Buch und ich bin ganz stolz, dass es heute schon neben meiner Kaffeetasse liegt. Es heißt Viel Meer- Nordfriesische Inseln und Halligen und Andrea Reidt hat es geschrieben. Beim recherchieren fand sie unser Warftworte Blog und mochte es; so sind wir im Buch als Lesetipp auf Seite 163 erwähnt. Vielen Dank dafür!

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Im Buch werden Lieblingsplätze und kleine Ausflüge auf einer Seite kurz beschrieben, auf der anderen Seite findet sich dann immer ein dazu passendes Foto und Kontakt- und Infoadressen.

Für „unsere“ Halligen schlägt sie durchaus passende Dinge vor: Wattwandern nach Lüttmoor, länger bleiben auf Gröde, sich von der großen Meute entfernen auf Langeness und Löffler gucken im Hauke- Haien- Koog (der sich am Festland befindet) für Oland. Wer war da für wohl die Informantin 🙂 Achso, Hooge. „Wie halten die 113 Halliglüüd das bloß aus?“ (den Tagestourismus) und „Wie zählt man Ringelgänse, ohne verrückt zu werden“ ( Jenny?).

Ich möchte auch noch die wunderschönen Vogelfotos von Peter Hering auf Föhr erwähnen. Seine Seite wollte ich hier schon mal lange mal verlinken, weil ich sie so toll finde. Deshalb hier der Weg zu seinen Löfflerbildern

Die Bestelldaten zum Buch: ISBN 978-3-8392-1554-8 für 14,99, 185 Seiten im Gmeiner Verlag

 

Autsch, Oland ist zu groß für mich

Heute früh war die wöchentliche Gänsezählung dran und ich hatte die Wahl zwischen zwei scheußlichen Möglichkeiten. Entweder die 4,5 Kilometer rundum mit einer fiesen riesigen Blase am Fuß laufen oder die Hotspots mit dem Rad anfahren und dafür das Spektiv auf die Schulter mit der gerissenen Oberarm-Muskelfaser hängen. Die andere Schulter kann ich nicht auf dem Rad. Da breche ich mir auch noch den Hals dazu.

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Seufz. Dann viele zappelnde Gänse im glitzernden Wasser bei grellem Licht. Ganz toll. Manchal fühle ich mich zu alt für diese wunderbare Ehrenamt der Gänseverwaltung. Die Belohnung aber dann ganz hinten am Vorland! Einige Löffler sind da! Letztes Jahr wurden die Löffler ja furchtbar von einem Fuchs gestört und konnten keinen Bruterfolg vorweisen. Ich war gespannt, ob sie schnell lernen und Oland den Rücken kehren oder hier wieder vorstellig werden.

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Unsere Wildkamera hat letztes Jahr unzählige nächtliche Bilder von gesträubten Schöpfen und genervten Vögeln gemacht. Auch tagsüber wurde mehr aufgeregt herumgeflogen als gebrütet. So was ist wirklich doof. Ob es den Fuchs „weggexavert“ hat?  Ob der Fuchs das bei Fuchsens herumerzählt hat, wie bequem es sich nach Oland schnürt? Ich bin sehr gespannt. Und freue mich erstmal über die Löfflersichtung von heute. Das bißchen Schulterschmerz, egal.

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Lammzeit Nordstrandischmoor

Die Lammzeit beginnt mal wieder. Auf unserem Hof ist vor einigen Tagen das erste Lamm geboren worden- ein kleines Mädchen.

Hier ein Foto wenige Stunden nach der Geburt.

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Heute konnte die Kleine mit Mama Schaf im Sonnenschein über die Warft toben.

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Unsere anderen Schafe brüten noch fleißig. Es kann sich aber nur noch um wenige Stunden oder Tage handeln, bis sich unser Hof wieder in einen Lämmer- Kindergarten verwandelt. Bis dahin haben wir Tag und Nacht ein Auge auf unsere werdenden Mütter, die teils schon ordentlich schnaufen… Mähmähmähmömäääh!