Fiede geht in Rente

Heute haben sich die Oländer von ihrem Postschiffer und Postlorenfahrer Fiede Nissen verabschiedet. Sogar der Himmel hat ein bißchen geweint. Fiede sah allerdings garnicht so unglücklich aus. Ich glaube, er freut sich wirklich, nun ein bißchen mehr Zeit für die tausend anderen Sachen zu haben, die er auch noch so macht. Die klassische Rentenruhe wird das nicht, ahne ich so.

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Bernhard Christiansen fand die richtigen Worte und die Oländer waren geschlossen da, um den etwas umgemodelten Irischen Segenswunsch für Fiede zu trällern und zu brummen. Im Hintergrund zu sehen, das gefühlt 300 ste Presseteam für diese Tage. Aber ein bißchen Rummel hat Fiede sich auch wirklich verdient, die treue, wasserdichte und sturmfeste Seele… 37 Jahre lang hat er uns beinahe täglich die Post gebracht und zwar auch an Tagen, wo es eigentlich garnicht ging.

Danke, Fiede!

Biosphärenfahrt zur Hallig Habel

Einmal im Jahr findet ein gemeinsamer Tag der Halligleute in der Biosphäre Halligen statt. “Halliglüüd ünner sick“ heißt dieses Treffen- “Halligleute unter sich“.

Am vergangenen Sonntag war es dann wieder soweit. 70 Leute hatten sich in diesem Jahr angemeldet. Wir von der Hallig Nordstrandischmoor mussten schon früh aus den Betten, um mit der Lore zunächst ans Festland zu fahren und mit dem PKW dann zum Hafen Schlüttsiel.

Dort wartete die ‚MS SeeAdler’, die uns den ganzen Tag durch die Halligwelt fahren sollte.

Die ersten 1½ Stunden hatten wir reichlich Platz an Bord, Zeit für Frühstück und einen Klönschnack mit dem Kapitän.

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Auf Hallig Hooge stieg eine ganze Truppe hinzu, dann ging es gleich weiter zur Hallig Langeneß. Dort warteten nicht nur die meisten Leute, auch das Mittagessen wurde eingeladen.

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Nächste Haltestation war dann die Hallig Gröde, von dort steuerten wir direkt unser gemeinsames Ausflugsziel an: Hallig Habel.

Habel ist die kleinste aller Halligen. Da sie in der Schutzzone 1 des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer liegt, ist das Betreten der Hallig verboten. Für uns Halligleute gab es für diesen Tag eine Sondererlaubnis. Auf der kleinen Warft befindet sich ein reetgedecktes Haus und ein alter Fething. In dem Haus wohnt in den Sommermonaten ein Vogelwart und gelegentlich einige Küstenschutzarbeiter des Landes, wenn Reparaturarbeiten erforderlich sind. Das Trinkwasser wird mit dem Schiff angeliefert, der Strom mit einer Solaranlage erzeugt.

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Nach reichlich Informationen, einer Hausbesichtigung und einer kleinen Halligumrundung mussten wir wieder zurück an Bord. Der Halt auf Gröde war nun etwas länger, sodass das (superleckere!) Mittagessen nicht von den Tellern schaukelte und der eine oder andere noch schnell einen Landgang machen konnte. Über Langeneß und Hooge ging die Fahrt dann wieder zurück zum Hafen Schlüttsiel.

Alles in allem war es ein sehr gelungener Tag. Bei viel Sonnenschein, herrlichem Wind und nur kleinen Schauerwolken wurde viel geredet und gelacht an diesem Tag. Man traf viele bekannte Gesichter, tauschte sich aus und lernte auch neue Hallignachbarn kennen. Wir freuen uns jetzt schon auf das Treffen im nächsten Jahr!

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