Robin- 3 Wochen Halligurlaub sind genug…

Nach dem Sturm vom 8.7.15 saß auf Oland plötzlich ein grüner Wellensittisch im Baum..IMG_0091So ein süßer Kerl. Mir war klar: der wird irgendwo vermisst. NordWest- Wind, dann kann er eigentlich nur von Föhr kommen, dachte ich mir. Und tatsächlich, über ein SocialMedia Forum war die Besitzerin ganz schnell gefunden. Robin heißt der Lütte und hat noch drei Indoor-Freiflug-Kameraden zuhause. Beim „Durchzug machen“ in gewittriger Hitze wurde er irgendwie aus dem Haus gewedelt und dann knappe 10 Kilometer über die Nordsee gepustet. Wie gut, dass er sich auf Oland irgendwo anklammern konnte! Jetzt mußte er also nur noch gefangen werden..

Robin - KopieAnschluß hat er schnell bei meinen Tauben gefunden (vielen Dank an Familie Strenzke für das schöne Bild von Robin, Lollo und Fridolin). Futter gab es dort auch und auch die Urlauber lassen ja gerne mal beim draußen frühstücken ein Krümelchen fallen, wenn man so reizend schimpfen kann wie Robin. Der Rest des Tages wurde mit „im Baum sitzen und singen“ verbracht, oder mit „Kopf einziehen“ (Schwalbenalarm….) oder „herumbalgen und um die Wette fliegen“ (Spatzenspaß auch für Wellensittische geeignet..). Nur „gefangen werden“, das stand nicht auf der Agenda. Ich bin noch nie so oft von oben ausgelacht worden, wie in den letzten drei Wochen.

Aber vorgestern Abend gelang es dann doch, mit Hilfe einer Klappfalle, beködert mit Trill und anderen Körnchen. In dieser Falle lassen sich Singvögel verletzungsfrei und vorsichtig fangen, da die Falle keinen Zugmechanismus hat. Ich benutze sie sonst im Rahmen von wissenschaftlichen Beringungsaktionen. Das Wetter erinnert gerade mitnichten an den tropischen Regenwald. Vielleicht hatte Robin auch einfach keine Lust mehr auf Oland und das ewige Sauwetter. Ich denke nämlich nicht, dass er sich hat austricksen lassen. Er wußte genau was passiert, wenn er in die Falle reinklettert.

IMG_0098Nämlich das. Bah, ein Käfig. Doof. Aber das war nur für eine Nacht. Gestern haben wir Robin dann per Lore und Fähre alle gemeinsam nach Föhr gebracht und zurückgegeben. Alleine das strahlende Lachen der Besitzerin war das ganze Getüdel wert. Und Robin natürlich, der sicher den Herbst/Winter ohne Blättertarnung mit der Quietschefarbe hier nicht überlebt hätte.

Heute, beim Tauben rauslassen, habe ich ihn ein bißchen vermisst 🙂

Liebes Vieh auf Gröde

Am Montag sind auch auf Gröde die tierischen Sommergäste angekommen. Da der Wattweg zu uns für Kühe nicht taugt, sind sie wie jedes Jahr per Schiff angereist.

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Nach etwas schaukeliger Seereise spazierten sie gelassen von Bord.

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Ein freundlicher Blick für die Kamera, ein kleiner Galopp der neuen Freiheit zu Ehren – jetzt gräsen 85 Rinder friedlich in Gemeinschaft der Schafe.

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Schön, dass sie wieder da sind! Jetzt kann der Sommer kommen …

Die Kühe kommen nach Oland

Text und Fotos von Jördis Kühn

Warten auf die Kühe
Jedes Jahr bekommen die Oländer Kühe vom Festland geliehen. Die Kühe kommen über das Watt nach Oland. Dort werden sie schon von uns erwartet.

Durch den Priel von Oland
Immer im Mai kommen sie und grasen hier bis zum Herbst. Das Vieh, das hier herkommt sind immer Jungtiere, die hier groß werden sollen. Die Tiere bringen uns deshalb keine Milch. Bei der Wanderung nach Oland kommen die Tiere durch zwei Priele: durch den Priel vor Dagebüll und den direkt vor Oland.
Vor Oland müssen die Kühe eine Steinkante hoch laufen. Von dort aus werden sie zu ihren Feldern getrieben.

Die Kühe kommen Anland
Erschöpft und hungrig sind die Kühe nun angekommen.

Endlich angekommen
Und die Bauern sind froh, dass alles gut gelaufen ist. Und jetzt haben wir 27 schwarze und 20 braune Kühe auf Oland.

Heulerzeit

In den letzten Tagen sind an der Westküste viele Heuler gefunden worden, die durch den Sturm von ihren Müttern getrennt worden sind.

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Heute war Oland dann mal dran. Und unsere beiden Kandidaten hatten sich auch noch die denkbar doofste Stelle zum stranden ausgesucht – die Kaimauer am Hafen, wo sich der Spaziergängerstrom an dem Brückchen kanalisiert und auch wirklich jeder vorbeikommen muß.

Der Seehundjäger, besser Seehundbeauftragte, war schon informiert, das Areal provisorisch mit Weidezaunband abgesperrt. Und was ist passiert? Gäste sind über die Absperrung gestiegen um mal von ganz nah zu gucken. Über so etwas kann ich dann nur den Kopf schütteln. Und wieder hinflitzen um zu erklären….zu reden, zu diskutieren….

Die armen beiden erschöpften Heuler wurden kurze Zeit nach dem Fund plangemäß vom Seehundjäger eingesammelt und begutachtet. Wenn so ein Heuler gesund ist und „nur“ hungrig und dehydriert, wird er in der Seehundstation Friedrichskoog aufgenommen. Für die Entscheidungen unseres Seehundjägers lege ich meine Hand ins Feuer. Er ist gut ausgebildet, sehr erfahren und immer fair zu den Tieren.

Meine Bitte an alle Gäste an den Stränden der Nordsee: Wenn sie einen Heuler finden, halten sie bitte großräumig Abstand und benachrichtigen sie per Telefon die zuständigen Stellen. An der Küste kennen auch Naturschutzstationen, Kurverwaltungen oder Bürgermeister die mobilen Nummern der Seehundjäger. Manchmal wird so entschieden, dass die Seehunde noch eine Tidezeit liegenbleiben sollen, denn oft werden sie von der Mutter wieder abgeholt. Deshalb heulen die Lütten, damit sie von den Müttern gefunden werden und nicht weil sie von Spaziergängern belagert werden wollen. Denn wenn man als große bunte menschliche Horde um das Tier herumsteht, traut sich auch die mutigste Seehundmutter nicht mehr näher… Anfassen ist natürlich sowieso nicht richtig. Wir können menschliche Krankheiten auf die Tiere übertragen und deshalb tragen die Seehundjäger auch Handschuhe.

Unseren beiden Oländer Heulern wünsche ich alles Gute!

 

Halligflieder für Naschkatzen

Halligflieder ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch lecker- als Honig.

Auf Nordstrandischmoor stehen seit einigen Tagen 24 Bienenvölker, die fleißig summen und arbeiten.

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Die Bienen kommen von zwei Imkern vom Festland, die ihre Völker für die Zeit der Halligfliederblüte bei uns in ‚Pension‘ geben. Sie stehen auf der Warft oder auf Anhängern, um möglichst geschützt zu sein vor Wind und Wasser (Landunter).

Die An- und Abreise unserer Bienengäste erfolgt genau wie bei unseren ’normalen‘ Feriengästen mit der Lore.

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Wenn das Wetter so schön sonnig bleibt, dann wird es hoffentlich eine gute Ernte geben. Frohes Schaffen und guten Flug!

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Halligtiere, mit Humor

An die netten Ostergrüße von der Hallig Hooge (von Jennifer mit dem süßen Schnee-Hasen) und der Hallig Nordstrandischmoor (von Susanne mit dem eierlegenden Loren-Hasen) möchte ich auch noch gerne die Hallig Langeneß „tierisch“ beteiligen.
Nachfolgend eine Zusammenstellung einiger Halligtier-Bilder, zum heutigen 1. April natürlich mit einer etwas heiteren Note (eben April-April). Die Bilder sind alle auf Langeneß oder im Watt vor Langeneß entstanden.

Beginnen möchte ich mit den Seehunden, die inzwischen wieder in großer Zahl zwischen Hooge und Langeneß leben.

Nach seinen anstrengenden Beutezügen in der Nordsee ist die Rast- und Ruhezeit für den Seehund das höchste Gut: 01Nee, näh? …nicht schooon wieder diese nervigen Wandergesell‘n, ständig stören die meine wohlverdiente Ruhestunde  

Seehunde sind sehr feinfühlige und (an manchen Körperteilen) auch sehr empfindliche Tiere: Huuch, … ist das Wasser heute aber wieder mal a….kalt!Huuch, … ist das Wasser heute aber wieder mal a….kalt!

Die kleinen Heuler tummeln sich bei Ebbe sehr gerne auf den Sand-Spielplätzen herum, natürlich immer unter stetiger Obhut:Fürsorgliche Mütter mit ihren Lieblingen auf dem Wasserspielplatz
Fürsorgliche Mütter mit ihren Lieblingen auf dem Wasserspielplatz

Nun zu den Vögeln.

Die bei den Gänsen so beliebten Flugformationen gelingen perfekt nur unter Führung einer erfahrenen Leitgans:04„Frontgans“

Woher haben eigentlich die Austernfischer ihren Namen?
Wäre nicht „Karotten-Schnäbler“ besser geeignet? | Halligen | Langeneß | . . . Austernfischer, Schnaber immer gegen den WindSchnabel immer gegen den Wind

Damit die Halligen nicht überaltern, ist stetiger Nachwuchs unabdingbar. Aber wie man sieht, brauchen wir uns vielleicht wohl doch nicht mehr so große Sorgen zu machen:06Klapperstörche im Watt (gesichtet zwischen Langeneß und Föhr)

Übrigens legen Kühe auf der Hallig gerne auch mal menschliche Verhaltensweisen und Bedürfnisse an den Tag: | Halligen | Langeneß | ..Halligkuh im StrandasternfeldPensionsgast „Kuhnigunde“ beim Fotoshooting. Umsäumt von zart duftenden, rosa-violett blühenden Strandastern, …..sie mag’s halt romantisch

 

…und wie lautet zum Schluss nun unser tierisches Fazit?

| Halligen | Langeneß | ...das Halligleben ist schon anstrengendMenschenskinder, …das Halligleben ist schon tierisch anstrengend

Noch eine fröhliche Zeit.