Schienenanschluß nach Langeness

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Seit letzter Woche ist die neue Schiene auf dem erhöhten Damm nach Langeness an die älteren Oländer und Langenesser Gleise angeschlossen. Wer die neue Strecke nutzt, wird dankbar sein. Die letzte Zeit fuhr sich das alte Gleis so ein bißchen wie Achterbahn mit ruppigen Specialeffects.

IMG_0021Ein ganz schön hohes Bollwerk ist der neue Damm geworden. Hier sieht man im Vordergrund das alte Gleis. Da kommt nun kaum noch Wasser drüber. Über den erhöhten Damm zwischen Oland und Dagebüll ja ebenfalls nicht. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach könnte das ein Härtetest für die Oländer Kanten werden, denn irgendwo muß das ganze Wasser ja hin. Vielleicht haben die zuständigen Behörden aber auch einen Antrag an die Nordsee gestellt, nun doch bitte außenrum um Langeness herum zu fluten, statt den Weg des geringsten Widerstandes über Oland zu nehmen. Aber vielleicht bin ich auch nur mal wieder die miesemuckelige Unke und alles wird fein. Schau`n wir mal.

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„Moderner Kram“

DSC_0781Die Ringelgänse haben schon mal keine Angst vor dem neuen Dingsda auf der Warft. Ein bißchen gewöhnungsbedürftig sieht er ja noch aus, der neue Richtfunkmast für das schnelle Internet, aber nun ist ja auch alles kahl. Im Sommer wird man ihn kaum noch sehen. Aber hoffentlich kann man dann die Wirkung geniessen. Auf Oland geht es nämlich nicht darum, ob das Internet für verwöhnte Prinzessinnen schneller wird, sondern ob wir überhaupt welches haben!

Ich freue mich jedenfalls, wenn ich meine provisorischen Lösungen alle einmotten kann und endlich mal was funktioniert. Das Leben auf der Hallig ändert sich eben. Zum Glück sehen die Oländer das wohl alle so (auch die älteren!).

Wir stehen da ja immer ein bißchen im Zwiespalt, vor allem bei den Gästen. Eigentlich wollen alle WLAN in der Ferienwohnung, aber dann soll die Hallig möglichst ursprünglich und aus der Zeit gefallen sein. Eigentlich seltsam, oder?

Fiede geht in Rente

Heute haben sich die Oländer von ihrem Postschiffer und Postlorenfahrer Fiede Nissen verabschiedet. Sogar der Himmel hat ein bißchen geweint. Fiede sah allerdings garnicht so unglücklich aus. Ich glaube, er freut sich wirklich, nun ein bißchen mehr Zeit für die tausend anderen Sachen zu haben, die er auch noch so macht. Die klassische Rentenruhe wird das nicht, ahne ich so.

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Bernhard Christiansen fand die richtigen Worte und die Oländer waren geschlossen da, um den etwas umgemodelten Irischen Segenswunsch für Fiede zu trällern und zu brummen. Im Hintergrund zu sehen, das gefühlt 300 ste Presseteam für diese Tage. Aber ein bißchen Rummel hat Fiede sich auch wirklich verdient, die treue, wasserdichte und sturmfeste Seele… 37 Jahre lang hat er uns beinahe täglich die Post gebracht und zwar auch an Tagen, wo es eigentlich garnicht ging.

Danke, Fiede!

Kranfahrt

Nach Hooge wird alles mit der Fähre gebracht. Viecher, Särge, Baumaterial, Maschinen, Müll und Möbel. Für Brückenarbeiten an unserer Kirchwarft wird in den nächsten Wochen schweres Gerät gebraucht. Aber ein Kran ist kein Huhn. Deshalb musste heute beim Parken und Verstauen ziemlich viel gerufen und gewunken werden….

 

Landunter

Nach dem letzten Nachthochwasser mit heftigem Wind stand das Meer wieder vor der Tür.

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Der Festlandstag – im Winter für die Hooger nur am Donnerstag möglich, weil an diesem Tag morgens und abends die Fähre kommt – fällt damit ins Wasser. Die Reederei bietet eine spätere Fahrt gegen Mittag an, aber wir kommen nicht mit dem Auto zum Anleger, weil sich auf den Wegen noch die Nordsee breit macht. (Es soll jedoch wild entschlossene Halligleute geben, die sich in ihre Wathosen stürzen, um dieses Schiff zu bekommen).

Das Wasser hatte diesmal auch ein paar dicke Eisbrocken im Gepäck, die an einigen Stellen Spuren hinlassen haben.

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Landunter verändert den gewohnten Anblick der Hallig so radikal, wie der erste Schnee. Irgendwie bleibe ich doch immer wieder am Fenster hängen, wenn gleich vor der Küche ein paar hübsche Meeresenten vorbeiplätschern. Und als heute morgen die Sonne aufging, hatte das ganze Gedröhne, Pfeifen und Hyperventilieren für einen kurzen Augenblick Pause – als hätte das Universum einmal tief in den Bauch geatmet.

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Schilderwatt

Die Gleise auf dem Lorendamm von Dagebüll über Oland nach Langeness verlaufen eingleisig. Es befinden sich auf der Strecke vier Ausweichstellen und man tut gut daran, schon beim losfahren einen scharfen Fernblick zu riskieren, ob Gegenverkehr zu erwarten ist. Die wichtigste Weiche befindet sich 1,5 km von Dagebüll entfernt mitten im Watt. Das ist auch die Stelle, an der der Fuchs umkehren muss:


Ob man bei Gegenverkehr mit der Lore weiterfahren kann oder zurücksetzen muss, entscheidet die Distanz zum magischen Mittelpunkt der Strecke: Dreedusend.  Alle Lorenfahrer wissen eigentlich wo diese Stelle ist – wenigstens so ungefähr. Trotzdem standen wir wohl alle schon mal diskutierend und Gleismeter abzählend vor einem Gefährt aus der Gegenrichtung.
Ab sofort sind sämtliche variierenden Interpretationsansätze Vergangenheit: