Nach dem Landunter ist vor dem Landunter

Das morgendliche Hochwasser brachte heute ein schönes Landunter. Am Nachmittag konnte man aber schon wieder ein bißchen laufen. Und das ist der Moment, den ich immer besonders toll finde.

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Der Wasserstand auf dem Halligland ist höher als der im Watt und das Wasser schießt mit enormen Druck aus den Schleusen heraus. Leider hatte ich nur das mobile Telefon zum knipsen mit, aber ich hoffe, man kann erkennen was ich meine. Links sieht man das innere der Hallig, rechts die Wasserseite.

2An der nächsten Schleuse war mein Spaziergang dann auch schon beendet. Rechts das Halliginnere, links die Wattseite. Auch mit Stiefeln kam ich da noch nicht durch.

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Hier gibt es ein Rendezvous. Das herausfließende Wasser trifft auf die nächste kommende Flut, es entsteht ein hübsches Tänzchen.

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Schienenanschluß nach Langeness

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Seit letzter Woche ist die neue Schiene auf dem erhöhten Damm nach Langeness an die älteren Oländer und Langenesser Gleise angeschlossen. Wer die neue Strecke nutzt, wird dankbar sein. Die letzte Zeit fuhr sich das alte Gleis so ein bißchen wie Achterbahn mit ruppigen Specialeffects.

IMG_0021Ein ganz schön hohes Bollwerk ist der neue Damm geworden. Hier sieht man im Vordergrund das alte Gleis. Da kommt nun kaum noch Wasser drüber. Über den erhöhten Damm zwischen Oland und Dagebüll ja ebenfalls nicht. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach könnte das ein Härtetest für die Oländer Kanten werden, denn irgendwo muß das ganze Wasser ja hin. Vielleicht haben die zuständigen Behörden aber auch einen Antrag an die Nordsee gestellt, nun doch bitte außenrum um Langeness herum zu fluten, statt den Weg des geringsten Widerstandes über Oland zu nehmen. Aber vielleicht bin ich auch nur mal wieder die miesemuckelige Unke und alles wird fein. Schau`n wir mal.

Ein Praktikum auf Hallig Oland

Diesen Bericht haben Mia- Luna und Mirjam für „Warftworte“ geschrieben und meinen Account dafür benutzt. Viel Spaß beim lesen! Angelika

Hallo ich bin Mia-Luna (14),
ich habe auf Hallig Oland mit zwei Klassenkameraden (13 & 14 Jahre) ein Praktikum gemacht.
Wir sollten irgendetwas für zwei Wochen machen was für uns was Neues ist und eine Herausforderung darstellt,
wir haben uns für Hallig Oland entschieden.

In unser Herausforderung ging es darum, einen Einblick in das Leben auf der Hallig zu kriegen.
Wir haben bei Hans gewohnt und gearbeitet.
Unser Praktikum ging zwei Wochen,
nach diesen zwei Wochen sollten wir eine Präsentation vor der ganzen Schule halten.
Dafür haben wir jeden Tag Fotos von der Hallig gemacht.
Am ersten Tag habe ich aus Spaß meine Beine über den Kopf gemacht.
Was ziemlich lustig war und aussah,
meine Freundin hat es fotografiert.
Wir haben dann jeden Tag ein Foto gemacht.
Immer an Orten und Stellen die uns besonders gut gefallen haben.
Wir nannten dieses Pose/Position „Schnecke“,
weil es halt ein bisschen aussieht wie eine zusammen gerollte Schnecke.

schnecke 1

schnecke 2

schnecke 3

Moin, ich bin Mirjam(14) und damit ich mir Erklärungen sparen kann,
ich bin Mia-Lunas Freundin.
Das sind meine Lieblingsbilder:

holz 4

Das Holzhacken gehörte zu unseren täglichen Aufgaben,
wie man sieht, übernahm ich sie gerne.

watt 5

Wir machten auch einen Ausflug ins Watt.
Wir hatten sehr viel Spaß!

oland 6

Nein.
Das haben wir nicht gemalt. 😉
Das passiert wenn man mit dem Handy heranzoomt.

Robin- 3 Wochen Halligurlaub sind genug…

Nach dem Sturm vom 8.7.15 saß auf Oland plötzlich ein grüner Wellensittisch im Baum..IMG_0091So ein süßer Kerl. Mir war klar: der wird irgendwo vermisst. NordWest- Wind, dann kann er eigentlich nur von Föhr kommen, dachte ich mir. Und tatsächlich, über ein SocialMedia Forum war die Besitzerin ganz schnell gefunden. Robin heißt der Lütte und hat noch drei Indoor-Freiflug-Kameraden zuhause. Beim „Durchzug machen“ in gewittriger Hitze wurde er irgendwie aus dem Haus gewedelt und dann knappe 10 Kilometer über die Nordsee gepustet. Wie gut, dass er sich auf Oland irgendwo anklammern konnte! Jetzt mußte er also nur noch gefangen werden..

Robin - KopieAnschluß hat er schnell bei meinen Tauben gefunden (vielen Dank an Familie Strenzke für das schöne Bild von Robin, Lollo und Fridolin). Futter gab es dort auch und auch die Urlauber lassen ja gerne mal beim draußen frühstücken ein Krümelchen fallen, wenn man so reizend schimpfen kann wie Robin. Der Rest des Tages wurde mit „im Baum sitzen und singen“ verbracht, oder mit „Kopf einziehen“ (Schwalbenalarm….) oder „herumbalgen und um die Wette fliegen“ (Spatzenspaß auch für Wellensittische geeignet..). Nur „gefangen werden“, das stand nicht auf der Agenda. Ich bin noch nie so oft von oben ausgelacht worden, wie in den letzten drei Wochen.

Aber vorgestern Abend gelang es dann doch, mit Hilfe einer Klappfalle, beködert mit Trill und anderen Körnchen. In dieser Falle lassen sich Singvögel verletzungsfrei und vorsichtig fangen, da die Falle keinen Zugmechanismus hat. Ich benutze sie sonst im Rahmen von wissenschaftlichen Beringungsaktionen. Das Wetter erinnert gerade mitnichten an den tropischen Regenwald. Vielleicht hatte Robin auch einfach keine Lust mehr auf Oland und das ewige Sauwetter. Ich denke nämlich nicht, dass er sich hat austricksen lassen. Er wußte genau was passiert, wenn er in die Falle reinklettert.

IMG_0098Nämlich das. Bah, ein Käfig. Doof. Aber das war nur für eine Nacht. Gestern haben wir Robin dann per Lore und Fähre alle gemeinsam nach Föhr gebracht und zurückgegeben. Alleine das strahlende Lachen der Besitzerin war das ganze Getüdel wert. Und Robin natürlich, der sicher den Herbst/Winter ohne Blättertarnung mit der Quietschefarbe hier nicht überlebt hätte.

Heute, beim Tauben rauslassen, habe ich ihn ein bißchen vermisst 🙂

Die Kühe kommen nach Oland

Text und Fotos von Jördis Kühn

Warten auf die Kühe
Jedes Jahr bekommen die Oländer Kühe vom Festland geliehen. Die Kühe kommen über das Watt nach Oland. Dort werden sie schon von uns erwartet.

Durch den Priel von Oland
Immer im Mai kommen sie und grasen hier bis zum Herbst. Das Vieh, das hier herkommt sind immer Jungtiere, die hier groß werden sollen. Die Tiere bringen uns deshalb keine Milch. Bei der Wanderung nach Oland kommen die Tiere durch zwei Priele: durch den Priel vor Dagebüll und den direkt vor Oland.
Vor Oland müssen die Kühe eine Steinkante hoch laufen. Von dort aus werden sie zu ihren Feldern getrieben.

Die Kühe kommen Anland
Erschöpft und hungrig sind die Kühe nun angekommen.

Endlich angekommen
Und die Bauern sind froh, dass alles gut gelaufen ist. Und jetzt haben wir 27 schwarze und 20 braune Kühe auf Oland.

Ringelgansrallye auf Hallig Oland

Die Ringelganstage finden zwar theoretisch auf allen Halligen statt, aber dieses Jahr hatte die kleine Halllig Oland das erste mal einen spektakulären Auftritt im Festprogramm. Die Preisträger des Malwettbewerbes wanderten von Langeness nach Oland und machten mit den Mitarbeitern der Schutzstation Wattenmeer und der Nationalparkverwaltung eine tolle Rallye rund um die schönste aller Gänse.

IMG_0013Die Station, bei der um es um den Nachwuchs der Ringelgans ging, war bei uns auf dem Hof und ich konnte lauschen und genießen. Die Oländer wußten, dass 70 Kinder auf der Hallig herumspringen würden. Aber vermutlich hat niemand geahnt, wie zivilisiert und nett sowas ablaufen kann.

IMG_0015Überall Grüppchen lauschender und interessierter Kinder… Und echte Ringelgänse waren natürlich auch eine Menge da, nämlich im Moment etwa 2000 Tiere. Ich finde, Gänse und Kinder sollten Oland dauerhaft besiedeln!

IMG_0016Danke an Thalea und ihr Team. Das habt ihr super gemacht. Kommt die Rallye mal wieder nach Oland? Das würde mich sehr freuen.

 

Der innere Schweinehund

Heute hatten mein innerer Schweinehund und ich eine tätliche Auseinandersetzung miteinander. Es ging um den täglichen Spaziergang. Ich MUSS im Winter täglich ein bißchen raus, um den Kontakt zu meiner mentalen Bodenstation nicht zu verlieren. Mein innerer Schweinehund meint aber ständig „Och nö, es regnet“.

DSC_0797Da draußen ist einfach nichts. Ich will da ja eigentlich auch nicht hin. Trotzdem habe ich das maulende Mistvieh schlußendlich bewußtlich geschlagen, in die Jacke gestopft und 3,5 Kilometer durch Regen und Matsch geschleppt. Ich habe keinen tollen Vogel gesehen und auch nichts interessantes gefunden. Bin einfach nur nass und kalt geworden. Wer diese Sorte Wintertage auf der Hallig lustig findet, braucht schon einen abseitigen Humor. DSC_0798

So wie ich…. Zum Glück weiß ich nämlich noch aus meinen früheren Leben, wie total mies vollgestopfte Supermärkte sind und wie ekelhaft es sich in klimatisierten Großraumbüros arbeitet.

Und trotzdem ist heute Schietwetter. Wir zwei, der Schweinehund und ich, sitzen nun vor dem Kamin und reanimieren uns mit Kaffee. Morgen schlagen wir uns wieder.