Biikebrennen- ein immaterielles Kulturerbe in Deutschland

Ein Jahr ist vergangen ohne Mitteilungen von der Hallig Nordstrandischmoor. Es hätte sicher einiges zu berichten gegeben, aber trotz aller guten Vorsätze verging das vergangene Jahr einfach so. Der Grund dafür ist ganz simpel: wir haben noch einmal Nachwuchs bekommen.

Ende März- mitten in der Lammzeit- mussten wir den Rettungshubschrauber bestellen. Unsere kleine Tochter machte sich einige Wochen zu früh auf den Weg ans Licht der Welt. Sie wollte wohl auch mit den vielen Lämmern im Stall spielen. Dank schneller Hilfe aus der Luft ging alles gut.

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Die Saison verlief dann wie gewohnt arbeitsreich: Gäste kamen und gingen, Wäscheberge wurden größer und kleiner, das Wasser kam mal mehr und mal weniger. Wie in jedem Jahr waren wir in der Nordsee baden, es gab schöne Tage für Stockbrot, und zum Jahresende kam dann auch noch eine neue Lehrerin auf die Hallig.

Gestern fand nun wieder das traditionelle Biikebrennen bei uns auf der Hallig statt. Noch einige Tage vor dem Biikebrennen hatten wir mit starkem Sturm und Landunter gerechnet. Der Petermann, den die Schulkinder aus alter Kleidung und Stroh gebastelt hatten, lag im Schafstall und schien sich lustig zu machen über das wechselhafte Wetter.

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Die Wetterfrösche meinten es letztendlich aber doch gut mit uns. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit ging der starke Regen in einen leichten Nieselregen über. So konnten wir unser kleines Feuer doch noch entzünden und unseren Lüttmoor- Petermann den Flammen überlassen. Bei Glühwein und Grillwurst  hatten wir einen schönen Abend. Vielleicht wird es nun bald Frühling, das wäre toll.

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Kuchen für die Sternenbrücke

Gestern vormittag duftete es auf Gröde nach Kuchen, in allen Küchen auf der Knudtswarft wurde gebacken. Als dann mit dem ersten Wasser fast zeitgleich die MS Rungholt und die MS Eilun anlegten, war die Kuchentafel bereits reich gedeckt:

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Bei allerschönstem Wetter durfte dann Kuchen gegessen und Kaffee getrunken werden für einen guten Zweck: jedes Jahr am „Tag des Engels“ ruft das Kinderhospiz „Sternenbrücke“ in Hamburg zu Unterstützungsaktionen auf. Und da wir alle auf Gröde diese Einrichtung sehr unterstützenswert finden, gab es bei uns an diesem Tag duftende Köstlichkeiten gegen eine Spende für das Hospiz. Und ganz offensichtlich waren die Gäste mit uns einer Meinung: Genau 425 Euro kamen zusammen und sind bereits überwiesen! DANKE an alle die gebacken und verkauft, gegessen, getrunken und gespendet haben! DANKE besonders auch an Uwe Petersen und Bandix Tadsen, die unsere Aktion schon an Bord ihrer Schiffe beworben und uns so viele kuchenhungrige Gäste gebracht haben, sowie Rolf Suppe, der die Gäste der Adler V zu uns geführt hat!! Es war ein sehr schöner, lebendiger, fröhlicher Nachmittag der uns viel Spaß gemacht hat.

PS: Wer die Sternenbrücke noch nicht kennt, findet Informationen im Internet unter http://www.sternenbruecke.de.

Ein Praktikum auf Hallig Oland

Diesen Bericht haben Mia- Luna und Mirjam für „Warftworte“ geschrieben und meinen Account dafür benutzt. Viel Spaß beim lesen! Angelika

Hallo ich bin Mia-Luna (14),
ich habe auf Hallig Oland mit zwei Klassenkameraden (13 & 14 Jahre) ein Praktikum gemacht.
Wir sollten irgendetwas für zwei Wochen machen was für uns was Neues ist und eine Herausforderung darstellt,
wir haben uns für Hallig Oland entschieden.

In unser Herausforderung ging es darum, einen Einblick in das Leben auf der Hallig zu kriegen.
Wir haben bei Hans gewohnt und gearbeitet.
Unser Praktikum ging zwei Wochen,
nach diesen zwei Wochen sollten wir eine Präsentation vor der ganzen Schule halten.
Dafür haben wir jeden Tag Fotos von der Hallig gemacht.
Am ersten Tag habe ich aus Spaß meine Beine über den Kopf gemacht.
Was ziemlich lustig war und aussah,
meine Freundin hat es fotografiert.
Wir haben dann jeden Tag ein Foto gemacht.
Immer an Orten und Stellen die uns besonders gut gefallen haben.
Wir nannten dieses Pose/Position „Schnecke“,
weil es halt ein bisschen aussieht wie eine zusammen gerollte Schnecke.

schnecke 1

schnecke 2

schnecke 3

Moin, ich bin Mirjam(14) und damit ich mir Erklärungen sparen kann,
ich bin Mia-Lunas Freundin.
Das sind meine Lieblingsbilder:

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Das Holzhacken gehörte zu unseren täglichen Aufgaben,
wie man sieht, übernahm ich sie gerne.

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Wir machten auch einen Ausflug ins Watt.
Wir hatten sehr viel Spaß!

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Nein.
Das haben wir nicht gemalt. 😉
Das passiert wenn man mit dem Handy heranzoomt.

„Moderner Kram“

DSC_0781Die Ringelgänse haben schon mal keine Angst vor dem neuen Dingsda auf der Warft. Ein bißchen gewöhnungsbedürftig sieht er ja noch aus, der neue Richtfunkmast für das schnelle Internet, aber nun ist ja auch alles kahl. Im Sommer wird man ihn kaum noch sehen. Aber hoffentlich kann man dann die Wirkung geniessen. Auf Oland geht es nämlich nicht darum, ob das Internet für verwöhnte Prinzessinnen schneller wird, sondern ob wir überhaupt welches haben!

Ich freue mich jedenfalls, wenn ich meine provisorischen Lösungen alle einmotten kann und endlich mal was funktioniert. Das Leben auf der Hallig ändert sich eben. Zum Glück sehen die Oländer das wohl alle so (auch die älteren!).

Wir stehen da ja immer ein bißchen im Zwiespalt, vor allem bei den Gästen. Eigentlich wollen alle WLAN in der Ferienwohnung, aber dann soll die Hallig möglichst ursprünglich und aus der Zeit gefallen sein. Eigentlich seltsam, oder?

Fiede geht in Rente

Heute haben sich die Oländer von ihrem Postschiffer und Postlorenfahrer Fiede Nissen verabschiedet. Sogar der Himmel hat ein bißchen geweint. Fiede sah allerdings garnicht so unglücklich aus. Ich glaube, er freut sich wirklich, nun ein bißchen mehr Zeit für die tausend anderen Sachen zu haben, die er auch noch so macht. Die klassische Rentenruhe wird das nicht, ahne ich so.

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Bernhard Christiansen fand die richtigen Worte und die Oländer waren geschlossen da, um den etwas umgemodelten Irischen Segenswunsch für Fiede zu trällern und zu brummen. Im Hintergrund zu sehen, das gefühlt 300 ste Presseteam für diese Tage. Aber ein bißchen Rummel hat Fiede sich auch wirklich verdient, die treue, wasserdichte und sturmfeste Seele… 37 Jahre lang hat er uns beinahe täglich die Post gebracht und zwar auch an Tagen, wo es eigentlich garnicht ging.

Danke, Fiede!

Biosphärenfahrt zur Hallig Habel

Einmal im Jahr findet ein gemeinsamer Tag der Halligleute in der Biosphäre Halligen statt. “Halliglüüd ünner sick“ heißt dieses Treffen- “Halligleute unter sich“.

Am vergangenen Sonntag war es dann wieder soweit. 70 Leute hatten sich in diesem Jahr angemeldet. Wir von der Hallig Nordstrandischmoor mussten schon früh aus den Betten, um mit der Lore zunächst ans Festland zu fahren und mit dem PKW dann zum Hafen Schlüttsiel.

Dort wartete die ‚MS SeeAdler’, die uns den ganzen Tag durch die Halligwelt fahren sollte.

Die ersten 1½ Stunden hatten wir reichlich Platz an Bord, Zeit für Frühstück und einen Klönschnack mit dem Kapitän.

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Auf Hallig Hooge stieg eine ganze Truppe hinzu, dann ging es gleich weiter zur Hallig Langeneß. Dort warteten nicht nur die meisten Leute, auch das Mittagessen wurde eingeladen.

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Nächste Haltestation war dann die Hallig Gröde, von dort steuerten wir direkt unser gemeinsames Ausflugsziel an: Hallig Habel.

Habel ist die kleinste aller Halligen. Da sie in der Schutzzone 1 des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer liegt, ist das Betreten der Hallig verboten. Für uns Halligleute gab es für diesen Tag eine Sondererlaubnis. Auf der kleinen Warft befindet sich ein reetgedecktes Haus und ein alter Fething. In dem Haus wohnt in den Sommermonaten ein Vogelwart und gelegentlich einige Küstenschutzarbeiter des Landes, wenn Reparaturarbeiten erforderlich sind. Das Trinkwasser wird mit dem Schiff angeliefert, der Strom mit einer Solaranlage erzeugt.

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Nach reichlich Informationen, einer Hausbesichtigung und einer kleinen Halligumrundung mussten wir wieder zurück an Bord. Der Halt auf Gröde war nun etwas länger, sodass das (superleckere!) Mittagessen nicht von den Tellern schaukelte und der eine oder andere noch schnell einen Landgang machen konnte. Über Langeneß und Hooge ging die Fahrt dann wieder zurück zum Hafen Schlüttsiel.

Alles in allem war es ein sehr gelungener Tag. Bei viel Sonnenschein, herrlichem Wind und nur kleinen Schauerwolken wurde viel geredet und gelacht an diesem Tag. Man traf viele bekannte Gesichter, tauschte sich aus und lernte auch neue Hallignachbarn kennen. Wir freuen uns jetzt schon auf das Treffen im nächsten Jahr!

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Hurra- ein neues Halligkind ist geboren!

Vor einer Woche wurde die kleine Emma Kruse geboren. Schon nach wenigen Tagen konnten Mutter und Kind gesund und munter nach Nordstrandischmoor kommen.

Solch eine Ankunft auf der Hallig ist spannend- wir haben uns von Ferne gefreut und einen Schnappschuss von Emmas erster Lorenfahrt gemacht.

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Heute haben wir den kleinen Sonnenschein dann mal besucht: einfach zum Knutschen!

Das perfekte Baby- Hallig- Outfit hängt auch schon im Schrank:

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