Teamarbeit gegen Plastikmüll an Olands Küste

Letzte Woche brachte der Sturm Bertha uns ein kleines Landunter nach Hallig Oland. Plötzlich sah es mitten im Sommer mal aus, wie nach einem Wintersturm: im Spülsaum an den Kanten türmte sich der Plastikmüll aus dem Meer. Die Küstenschutzkolonne hatte schon angefangen, den Müll auszusortieren, aber es war abzusehen, dass das für so wenige Leute garnicht zu schaffen ist. Zum Glück haben wir auf der Hallig gerade wirklich tolle Gäste. Und so griffen wir zur Selbsthilfe:

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Ruckzuck hatten unsere wunderbaren Jugendlichen und Kinder ein 15 köpfiges Müllsammelteam zusammengestellt, flugs auch noch ein paar Erwachsene rekrutiert und dann ging es los.

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Nach 2,5 Stunden trafen wir uns alle wieder, um zu gucken, was wir so gesammelt hatten. Fünf große Tüten voll werden heute den Männern der Küstenschutzkolonne vom LKN aus Dagebüll überreicht, die großartigerweise den Oländer Strandmüll transportieren und der professionellen Entsorgung übergeben werden.

IMG_0026Zusammen haben wir dann mal geguckt, wer den ganzen Müll den nun verursacht. Wir fanden Müll mit Aufdrucken in ganz verschiedenen Sprachen. Z.B. diese französische Folie, eine englische Flasche, deutsche Kartoffelsalatverpackung und den niederländischen Dosendeckel mit der Aufschrift „Ozon freundlich“.

IMG_0027Gestern machte der Fischereimüll einen großen Prozentsatz der Funde aus.  Am fiesesten fanden wir wohl alle die winzigen futzeligen Nylonseilteile, die sich überall verhaken und verdrehen. Außerdem ist der Anteil der undefinierbaren Folienteile riesig gewesen. Diese Folienteile gibt es im Meeresmüll von sehr groß bis fitzelig klein und schon fast zerrieben. In diesem Zustand sieht das dann, im Wasser treibend, garantiert wirklich aus wie silbrige Fischchen und wird dementsprechend gefressen. Außerdem fanden wir auch genug Wohlstandsmüll wie Schuhe, Angelzubehör, Sandspielzeug, Hygieneartikelverpackungen, Luftballonschnüre, leere Schießpatronenhülsen und vieles mehr.

IMG_0032Vielen Dank an dieses Superteam (nicht alle wollten auf das Foto). Mir hat die Aktion und die anschließende Diskussion um das Thema viel Freude gemacht. Ich sehe positiv in die Zukunft. Wenn es doch so viele tolle engagierte junge Leute gibt, dann kann eigentlich nur alles besser werden.

Mehr Informationen und Mitmachmöglichkeiten zum Thema Plastik gibt es beim Verein Küste gegen Plastik

 

Wattfund bei Nordstrandischmoor

Nördlich von Nordstrandischmoor konnte man gestern einen strahlend gelben Fleck in der Ferne entdecken. Das war ein guter Grund, um mal wieder ins Watt zu wandern. Bei Niedrigwasser und schönstem Sonnenwetter konnte ich dort dann diese einsame Kabeltonne auffinden:

 

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Sie hatte sich offensichtlich beim Wind in der vergangenen Woche losgerissen und ist dann in unsere Richtung getrieben.

 

Kabeltonnen sind schwimmende Seezeichen / Schifffahrtszeichen zur Markierung von Kabeln auf See. Seezeichen sind sehr wichtig, um das Fahrwasser, Untiefen oder andere Gefahrenstellen zu kennzeichnen. Für den Unterhalt von solchen schwimmenden Seezeichen ist in unserem Bereich das Wasser und Schifffahrtsamt (WSA) in Tönning zuständig.

 

Nach einer kurzen Bestandsaufnahme wollten wir mit der nächsten Flut die Tonne von unserem Motorboot aus einfangen und zum Hallighafen abschleppen, um sie dort zu sichern und dem WSA zu übergeben. Leider war die Tonne abends schon verschwunden. War Hans (der Blanke) doch schneller? Oder waren es vielleicht Watt- Piraten?

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Schade, dass wir die Tonne nicht bergen konnten. Aber gut zu wissen, dass es nur eine Kabeltonne war. Es hätte ja auch ein Ölfass sein können…

Xaver ging, Plastik blieb.

Auch auf Hooge sind wir froh, dass Xaver ohne verheerende Schäden überstanden ist. Als der Wasserstand endlich auf Gummistiefelhöhe angekommen war, bin ich zum Sommerdeich gegangen. Dort hat mich die Plastikflut fast von den Beinen geholt: es sah aus, als hätte jemand eine Handgranate in die Müllkippe geworfen. Ich habe den Plastikmüll auf einer Strecke von 150 Schritten gesammelt – mehr hätte ich auch nicht mehr hinter mir herziehen können.

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Das ist ein guter Anlass, in diesem Blog auf die Aktionsgruppe Küste gegen Plastik hinzuweisen, die am Donnerstag auf Eiderstedt gegründet wird. Ich freu mich über jeden, der kommt, hilft oder weitersagt. Es gibt auch eine Gruppe auf Facebook und selbstverständlich sind auch Menschen willkommen, die nicht an der Küste leben aber die Küste lieben 🙂
Allen einen gemütlichen und ruhigen zweiten Advent, viele Grüße von Hooge!

Suchbegriffe

Gestern habe ich mal aus Neugierde in den Suchbegriffen gestöbert, die ihre Treffer dann im Halligblog hatten.043„Ringvogel“,“ beringte Austernfischer“,“Farbberingung“,“Küken“, „Nestflüchter“…. alles Treffer.

Ebenso wurde ganz bestimmt fündig, wer nach „Mistwetter“, „Lorenbahn“ und „Sonnenuntergang“ suchte. „Wathose“, „Wahlergebnis“ und „Gänseopa“ sagen mir als garantierte Treffer, dass wir über vielfältige Themen schreiben.

„Himmel Baby Vogel“ war hoffentlich keine traurige Suche und führte vielleicht zu Taubenbabyvögeln, die sich bald in den blauen Himmel aufschwingen, wenn sie lange genug auf der Stalltür herumgelungert haben.

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Lächeln mußte ich bei „Postfrau vögeln“, denn der entsprechende Zielbericht über das Postaustragen und dabei Vögel gucken auf Oland war dem Suchenden wahrscheinlich zu harmlos.

Wurde „Woher gibt es Geld, um auf eine Hallig zu ziehen?“ beantwortet? In unserem Blog nicht. Steht die Antwort an anderer Stelle, bitte schnell bei mir melden, ich wüßte sie gerne…

„Wie lange darf man mit 12 draußen bleiben?“ war ein anderer Suchbegriff. Jede Generation sucht Glück und Freiheit bei dem Gedanken an die Hallig, oder?

„Manchmal möchte ich fliegen“ – mein Gedanke….

Und gestern habe ich noch schallend gelacht über „Wie weit kommen Haie ans Ufer?“. Heute früh traf ich dann dieses Tier in meinem Hof an!

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Mein liebster Suchbegriff in der Warftworte – Liste ist aber „Gründe, warum die Halligen so schön sind“.